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Mittwoch, 27. Februar 2013

Du, mein Gott, bist die Liebe




Du mein Gott, der Du die Liebe bist, bist die liebende Liebe, die liebenswerte Liebe und das Band zwischen der liebenden und der liebenswerten Liebe. 
Ich sehe in Dir, mein Gott, die liebende Liebe. Und auf Grund dessen, dass ich in Dir die liebende Liebe sehe, sehe ich in Dir auch die liebenswerte Liebe; und weil ich in Dir die liebende Liebe und die liebenswerte Liebe sehe, sehe ich das Band der Liebe zwischen beiden. Und dies ist nichts anderes als das, was ich in Deiner absoluten Einheit sehe; in dieser sehe ich die einende Einheit, die einbare Einheit und Einheit von beiden.

Nikolaus von Kues

Aus „De visione dei“ (Ausschnitt aus Kap.17)



Sonntag, 3. Februar 2013

Dein Sehen, Herr, ist Lieben


  
  Dein Sehen, Herr, ist Lieben, und wie Dein Blick mich so aufmerksam betrachtet, dass er sich nie von mir abwendet, so auch Deine Liebe. Und weil Deine Liebe immer mit mir und sie nichts anderes ist als Du selbst, der mich liebt, darum bis Du immer mit mir, Herr, Du verläßt mich nicht. Von allen Seiten behütest Du mich, weil Du aufmerksamst Sorge für mich trägst. Dein Sohn, Herr, verläßt mein Sein nicht. Soweit Du mit mir bist, soweit bin ich. Und da Dein Sehen Dein Sein ist, bin ich also, weil Du mich anblickst.
  Wendest Du Dein Antlitz von mir, so würde ich in keiner Weise weiter bestehen. Aber ich weiß, dass Dein Blick jene größte Güte ist, die nicht anders kann, als sich jedem Aufnahmefähigen mitzuteilen. Darum kannst Du mich nie verlasssen, solange ich fähig bin, Dich aufzunehmen. An mir also liegt es, soviel ich nur vermag, mich immer empfänglicher für Dich zu machen. Ich weiß aber, dass diese Aufnahmefähigkeit, diese Vereinigung gewährt, nichts ist als Ähnlichkeit. Die Unfähigkeit aber stammt aus Unähnlichkeit. Wenn ich mich also in jeder nur möglichen Weise Deiner Gutheit ähnlich gemacht habe, werde ich gemäß dem Grad dieser Ähnlichkeit die Wahrheit empfangen können.

Nikolaus von Kues

aus: Vom Sehen Gottes (De visione Dei), Kapitel 3 




Montag, 31. Dezember 2012

Merkwürdig...



"Gott ist Liebe!" sagt die Bibel. 
Merkwürdig, dass in keinem Bekenntnis steht.

Kurt Marti




Freitag, 21. Dezember 2012

Die vollkommene Liebe vertreibt die Furcht







 Gott ist die Liebe, 
 und wer in der  Liebe bleibt,
 bleibt in Gott,
 und Gott bleibt in ihm.

 Furcht gibt es in der Liebe nicht,
 sondern die vollkommene Liebe
 vertreibt die Furcht.
 Denn die Furcht rechnet mit Strafe,
 und wer sich fürchtet,
 dessen Liebe ist nicht vollendet.
 Wir wollen lieben,
 weil Er uns zuerst geliebt hat.
 Wenn jemand sagt:
 Ich liebe Gott!,
 aber seinen Bruder hasst,
 ist ein Lügner.
 Denn wer seinen Bruder nicht liebt,
 den er sieht, 
kann Gott nicht lieben,
 den er nicht sieht.
 Und dieses Gebot haben wir von Ihm:
 Wer Gott liebt,
 soll auch seinen Bruder lieben.



1 Joh. 4,16-21


Foto: @ Xenia Illapo

Sonntag, 16. Dezember 2012

Gott (Liebe) st die einzige innere Alchemie





Stelle niemals Fragen nach Gott. 

Alles was ist, ist in Gott und ist Gott – wie könnte da Gott das Problem sein? Gott braucht man nicht erst zu suchen: Wo wolltest du ihn suchen? Er ist überall – du brauchst nur zu lernen die Augen deiner Liebe aufzumachen. Sobald die Liebe dein Herz durchdrungen hat, ist Gott da. Im Erschauen der Liebe ist der Geliebte da: In der Erscheinung der Liebe erscheint dir Gott.


Somit ist Gott die einzige innere Alchemie: 

Sie transformiert dein materielles Leben zum göttlichen Leben. Die einzige Alchemie nenne ich sie deshalb, weil damit niederes Metall zu Gold verwandelt wird. Ohne Liebe ist das Leben ein einziges Ödland, grau – ohne Farben, ohne Lieder, ohne Festlichkeit. ... Liebe bringt Farbe: Das Grau wird plötzlich zum Regenbogen, explodiert zu tausend-und-einer Farbe...

Liebe verwandelt schlagartig das ganze Klima deines inneren Daseins – und mit dieser Verwandlung verwandelt sich die gesamte Existenz. Dabei hat sich da draußen gar nichts geändert – aber kaum bist du voller Liebe, tut sich dir eine vollkommen andere Existenz auf. Gott und die Welt sind nicht zweierlei, es gibt nur die eine Existenz. Es gibt nur eine einzige Existenz: Ohne die Augen der Liebe gesehen erscheint sie materiell; ohne die Augen der Liebe gesehen erscheint sie als „die Welt“ – Samsara. Mit den Augen der Liebe gesehen wird die Welt transformiert, verklärt … und dann wird die Welt selber göttlich. Ja, dann ertönt im Sehen Musik. Wenn die Liebe heraufdämmert, geschehen Wunder – dann ertönt selbst im Sehen Musik, erstrahlt in den Tönen die Stille. Liebe ist magisch.
Und Kabirs ganze Lehre läuft auf Liebe hinaus: Er nennt die Liebe „die göttliche Melodie“. Das vor Liebe bebende Herz wird zur Flöte auf den Lippen Gottes … und ein Lied wird geboren. 

Sobald die Liebe geboren ist, bekommst du eine Mitte. Sobald die Liebe geboren ist, bist du zentriert – und alles fällt in Einklang mit dem Zentrum. Du wirst zum Orchester, zu einer wunderbaren Harmonie. Sie ist in dir angelegt: Du hast sie mit auf die Welt gebracht, nur hat sie sich bisher noch nicht zeigen dürfen. Kabir sagt: Bring sie zum Vorschein – lass deine Liebe ans Licht treten. Und dieses Ans-Licht-Treten wird dein Gebet sein. 


Osho


Foto © Xenia Illapo

Samstag, 15. Dezember 2012

Liebe ist die Erkenntnis des Geliebten


Liebe ist das einzige Wunder, das es gibt. 
Liebe ist die Leiter von der Hölle zum Himmel. Wird die Liebe recht erlernt, hast du alles erlernt. Wird die Liebe verfehlt, hast du dein ganzes Leben verfehlt. Leute, die um Gott nachfragen, wollen in Wirklichkeit gar nichts von Gott wissen; statt es wissen zu wollen, tun sie lediglich kund, dass sie nie erfahren haben, was Liebe heißt. Wer immer auch die Liebe erfahren hat, hat den Geliebten erfahren: Liebe ist die Erkenntnis des Geliebten. Wer wissen will, was Licht ist, sagt damit lediglich, dass er blind ist. Wer wissen will, wer Gott ist, sagt damit lediglich, dass sein Herz nicht aufgeblüht ist zur Liebe... 

  
     Osho 


Sonntag, 4. November 2012

Ich warte nur auf die Liebe



                                    Ich warte nur auf die Liebe, 
um endlich mich in seine Hände aufzugeben. 
Deshalb bin ich so spät, und deshalb 
bin ich schuldig so vieler Lücken.

Sie kommen mit ihren Gesetzen und Regeln, 
um mich zu binden, 
doch ich entschlüpfe ihnen immer wieder, 
denn ich warte nur auf die Liebe, 
um endlich mich in seine Hände aufzugeben.

Die Leute tadeln mich, 
nennen mich unbedacht, 
ich zweifle nicht, sie haben 
Recht zum Tadel.

Der Markttag ist vorüber, 
alle Arbeit ist getan für die Geschäftigen. 
Die da kamen umsonst mich zu rufen, 
gingen voll Zorn. 
Ich aber warte nur auf die Liebe, 
um endlich mich in seine Hände aufzugeben. 


Rabindranath Tagore

aus Gitanjali


Deutsche Nachdichtung von Marie Luise Gothein [1863-1931]

Freitag, 26. Oktober 2012

Man soll, wie Gott, die Liebe sein



Man muß das Wesen sein


Lieb üben hat viel Müh: wir sollen nicht allein
Nur lieben: sondern selbst, wie Gott, die Liebe sein.


Angelus Silesius

(Cherubinischer Wandersmann I,71)

Mittwoch, 29. August 2012

"Weil ich die Liebe selber bin"



Wenn wir fliehen - Du folgst uns nach. 
Kehren wir Dir den Rücken - Du trittst uns vors Angesicht. 
Du flehst voller Demut - aber Du wirst verachtet. 
Weder Beschämung noch Verachtung kann Dich dahin bringen, 
Dich abzuwenden. 
Du bist unermüdlich, uns zu jenen Freuden zu ziehen, 
die kein Auge gesehen, die kein Ohr gehört hat 
und die noch nie in eines Menschen Herz gekommen sind. 

Gertrud von Helfta

(Gesandter der göttlichen Liebe, II,3)






„Dass ich dich überaus liebe, das habe ich von Natur, 
weil ich die Liebe selber bin. 
Dass ich dich oftmals liebe, hab ich von meiner Sehnsucht, 
weil ich ersehne, dass man mich herzlich liebt.
Dass ich dich lange liebe, kommt von meiner Ewigkeit, 
weil ich ohne Anfang und ohne Ende bin ".

Mechthild von Magdeburg

(Das fließende Buch der Gottheit, Buch I,24)


 "Die Erschaffung Adams" von  Andrea Pisano, Florenz
Foto: Wikipedia Commons




Donnerstag, 5. April 2012

Die Botschaft der Liebe am Kreuzweg




Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!
Denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden.

                                         Mt 7, 1-2

Zu allen sagte er:
"Wer mein Jünger sein will, der verleugnete sich selbst,
nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach"

                                          Lk, 9,23


Das ist mein Gebot: 
Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe.
Es gibt keine größere Liebe, 
als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt

                                                 Joh 15, 12-13


Denn wer den Willen meines himmlischen Vaters erfüllt,
der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.

                                            Mt 12,50


Ich sage euch: 
Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, 
das habt mir getan.

                                              Mt 25,40


Selig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden. 
Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden. 
Selig, die ein reines Herz haben, denn 
sie werden Gott schauen.

                                          Mt 5, 4,7-8


Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt 
und schwere Lasten zu tragen habt. 
Ich werde euch Ruhe verschaffen.

                                             Mt 11,28


Ihr seid von Gott geliebt, seid seine auserwählten Heiligen. 
Darum bekleidet euch mit aufrichtigem Erbarmen, 
mit Güte, Demut, Milde, Geduld. 
Ertragt euch gegenseitig, und vergebt einander.

                                             Kol 3,12-13


Einer trage des anderen Last;
so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.

                                             Gal 6,3


Ich sage euch: 
Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, 
bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.

                                           Joh 12,24


Wir wollen einander lieben; 
denn die Liebe ist aus Gott, und jeder, der liebt, 
stammt von Gott  und erkennt Gott.
Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist die Liebe.

                                        1 Joh. 4, 7-8



"Vater, vergib ihnen, 
denn sie wissen nicht, was sie tun"

Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest wie Gott zu sein. 
Sein Leben war das eines Menschen; 
er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod am Kreuz.

                                             Phil 2,6-8



Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden!

                                              Röm 12,15


Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: 
der Tod wird nicht mehr sein,
keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. 
Denn was früher war, ist vergangen.

                                                Offb 21,4

*


Bleibt niemand etwas schuldig; nur die Liebe schuldet ihr einander immer. 
Wer den andern liebt, hat das Gesetz erfüllt. 
Denn die Gebote: 
Du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht töten, 
du sollst nicht stehlen,  du sollst nicht begehren, und alle anderen Gebote sind in dem einen Satz zusammengefaßt: 
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. 
Also ist die Liebe die Erfüllung des Gesetzes.

                                     Röm 13, 8-10


*


Kreuzwegstationen in der kleinen Kirche in Rosa Marina - Ostuni
(Apulien, Süditalien)
Werke von Francesco Tonini aus Venedig
Fotos ©Xenia Illapo