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Montag, 31. Mai 2021

Aller Grüne ein milder Hauch






Ich, die Liebe, bin aller Grüne ein milder Hauch, 

indem ich Blüte und Frucht aller Tugendkraft hervorbringe 

und sie in den Gesinnungen der Menschen festlege und aufbaue.

 

Hildegard von Bingen

 Foto©xenia illapo



Dienstag, 19. März 2019

O Gott,
 du einzige Liebe,
 nimm unser einziges Herz






O Gott,
der du die einzige Liebe all unserer Liebe bist,
nimm hier unser einziges Herz,
das wir dir geben.
Bewahre, segne und stärke unsere Liebe
und diese unerschütterlichen Entschlüsse,
damit unser Herz dich
in dieser hochheiligen Einheit,
in die du es hineingestellt hast,
auf ewig preisen möge.


Franz von Sales

Foto: @ Mirenterese

Montag, 28. Januar 2019

Der nächste Weg zu Gott




 
Der nächste Weg zu Gott 

ist durch der Liebe Tür;
Der Weg der Wissenschaft 

bringt dich gar langsam für.

Angelus Silesius 

(Cherubinischer Wandersmann, 5. Buch, 320)

Sonntag, 20. Januar 2019

Montag, 7. Januar 2019

Liebe lässt sich bewahren, indem man sie verschenkt


Liebe lässt sich nur bewahren, indem man sie verschenkt. Ein Glück, das wir für uns allein suchen, ist nirgends zu finden, denn ein Glück, das sich verringert, wenn wir es mit anderen teilen, ist nicht groß genug, 
um uns glücklich zu machen.


Thomas Merton 


Samstag, 5. Januar 2019

Liebe darf man weder erflehen noch einfordern


Liebe darf man nicht erflehen und schon gar nicht einfordern.
Liebe muss in sich selbst die Kraft haben, Gewissheit zu schaffen.
Dann wird sie nicht mitgerissen, sondern wird mitreissen.


Hermann Hesse

Sonntag, 4. März 2018

Die Liebe grüßte mich...



Die Liebe grüßt’ mich, 
doch meine Seele wich weg
voll Schuld und Sünd und Schmutz.
Doch die scharfäugige Liebe, die mein Zögern sah,
als ich am Eingang stand,
trat näher, stellte zart die Frage,
ob irgend etwas fehlt. 
"Ein Gast", erwidert’ ich, "der wert ist, hier zu sein."
Sie sprach: "Du sollst es sein."
"Bin ich nicht lieblos, undankbar?
 Geliebter,
 ach, wie könnt’ ich dich anschaun!""
Die Hand nahm Liebe, lächelnd wand sie ein:
"Wer schuf das Aug’ als ich?" 
"Wahr, Herr! Doch ich verdarb es; meine Schmach
sei, wo sie hingehört."
"Weißt du denn nicht," sprach Liebe, "wer die Schande trug?
Lass dienen, Liebster, dir.
Du setz’ dich hin, sprach Liebe, kost’ mein Mahl!"
So setzt’ ich mich und aß.

George Herbert
(1593-1633)



veröffentlicht in dem Gedichtband "Temple", 1633, kurz nach seinem Tod

Übertragung aus: G. Stachel,
Simone Weil - Christus - die katholische Kirche, in:
Religionspädagogische Beiträge 37/ 1996, S. 78 f


Samstag, 9. Januar 2016

Die Welt ist durch unsichtbare Knoten verbunden // 2



     Liebe... ist nicht einfach ein Gefühl, das ich mit anderen Menschen teile, es ist viel fundamentaler: Es ist die erkennbare Tatsache, dass alles, was ist, dadurch ist, dass es mit anderem zusammenhängt. 
Meinen Studenten gegenüber drücke ich es gern sehr einfach aus. 

      Sehen Sie, wenn Sie im Wald Pilze vor sich sehen, erscheint es Ihnen so, dass der eine wunderbar gewachsen und noch frisch ist, der andere alt und angefressen und der dritte ist vielleicht bereits verschimmelt. Wenn Sie nun sagen: dieser Pilz hier und jener dort, so ist das ein Irrtum. Es ist sowohl sprachlich als auch von der Wahrnehmung her völlig falsch. Denn der eigentliche Pilz befindet sich unter der Erde und stellt ein Geflecht, ein Myzel  dar. Für unser Auge sichtbar sind jedoch nur die einzelnen Fruchtkörper. Genau so sieht unsere Wirklichkeit aus: Wir sehen nur die Oberfläche, die einzelnen Objekte, und das bezeichnen wir als "Wirklichkeit". Tatsächlich aber liegt hinter der Oberfläche ein Netz von Relationen, die wir erschließen und teilweise mathematisch zu beschreiben lernen. Demnach ist alles miteinander vernetzt, und das ist die Struktur der Liebe. Jede meiner Äußerungen, jede Handlung wirkt nicht nur nach außen und erzeugt bei Ihnen eine Reaktion, sondern wirkt nach innen und formt mich und meinen Charakter. Dieses Zusammenhängen aller Dinge und das Bewusstsein dafür, dass alles, was ich tue, ein Beitrag zu dieser Verbindung und Ordnung in der Welt ist - das ist achtsame Liebe.


Michael von Brück


Aus einem Interview von Sonja Panthöfer mit Michael von Brück

link

Der Titel ist ein Spruch von  A. Kircher (1602-1680)

Sonntag, 17. August 2014

Innerer Reichtum


 „Die Liebe sucht aber nicht das Ihre!“ (1 Kor 13,5) 
Und weißt du warum? Weil es ihr nicht fehlt! Die Liebe hat immer das Ihre, sie hat es sogar im Überfluss. Sie bewahrt für sich so viel auf, wie in sie hineingeht, damit bei ihr keiner leer ausgeht!
Du aber, lieber Bruder, liebe Schwester –Ist dein Heil bereit gefestigt, oder ist deine Liebe noch schwach? Bist du anfällig für Lobesbezeichnungen? Lässt du dich leicht von Traurigkeit verwirren, von Angst lähmen, von Ehrgeiz antreiben, von Sorgen quälen? Lässt du dich von der Ehre aufblähen und von Neid verzehren?
Dann sei nicht so verblendet, dass du Fremdes heilen möchtest! Werde erst einmal voll, dann kannst du aus deiner Fülle weitergeben!

Bernhard von Clairvaux

Die Liebe macht nicht nur alle gleich. sondern auch alle eins


Die Liebe blickt zu niemandem bewundernd hinauf, sie schaut auch 
auf niemanden verächtlich hinab. Sie betrachtet alle als gleich, die einander vollkommen lieben. Sie gleicht durch sich selbst hoch und niedrig aus. Sie macht nicht nur alle gleich, sondern sie macht auch alle eins.

Bernhard von Clairvaux



Dienstag, 4. März 2014

Ewiges reines Licht Gottes



Reines Licht,
geistiges Licht, erfüllt mit Liebe,
Liebe des wahren Guten, erfüllt mit Wonne, 
Wonne übertreffend alle Süßigkeiten.

O du ewiges Licht , 
das allein sich in sich selbst begreift, 
das allein sich selbst erkennt, 
und nur von dir erkannt, 
und nur dich selbst erkennend
... 

Dante Alighieri



(Göttliche Komödie, Paradies, Auszüge aus dem Gesang 30 bzw.33)

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Gott lässt sich nur von der Liebe fassen


Jetzt wirst du mich fragen: "Wie soll ich an Ihn denken, und was ist Er?" Darauf kann ich dir nur antworten: Ich weiß es auch nicht. Denn du hast mich mit deiner Frage in die gleiche Dunkelheit und in die gleiche Wolke des Nichtwissens versetzt, in der ich dich selbst gern sähe. Denn alle anderen Geschöpfe und ihre Werke ja sogar die Werke Gottes selbst kann man durch Gnade zur Gänze erkennen, und es ist gut möglich, sich mit ihnen in Gedanken zu beschäftigen. Aber Gott selbst kann kein Mensch gedanklich erfassen. Und daher will ich alles, was ich denken kann, hinter mir lassen und zum Gegenstand meiner Liebe das erwählen, das nicht gedacht werden kann. Denn Gott kann wohl geliebt, aber nicht gedacht werden. Von der Liebe lässt er sich fassen und halten, vom Intellekt jedoch nicht. Und wenn es darum auch zuweilen gut ist, an die Güte und Erhabenheit Gottes im besonderen zu denken und wenn das auch den Geist erleuchtet und einen Teil der mystischen Kontemplation bildet, müssen doch solche Gedanken bei diesem Werk abgeworfen und mit einer Wolke des Vergessens bedeckt werden. Sodann musst du mit festem, freudigem Schritt über sie emporsteigen und mit einer innigen und süßen Liebesregung versuchen, das Dunkel, das über dir ist, zu durchdringen. Bohre den spitzen Speer der sehnenden Liebe in diese dichte Wolke, und lass nicht davon ab, was immer geschehen mag.


Die Wolke des Nichtwissens  (Kapitel 6)
(Ende des 14. Jahrhunderts)



Samstag, 14. September 2013

Wir loben dich, Herr!


Wir loben dich Herr, dass du uns gesucht hast in deiner Demut. 
Wir loben dich Herr, dass du uns behalten hast in deiner Barmherzigkeit. 
Wir loben dich Herr, dass du uns geehrt hast mit deinem Leiden und deiner Schmach. 
Wir loben dich Herr, dass du uns erquickt hast in deiner Güte. 
Wir loben dich Herr, dass du uns geordnet hast in deiner Weisheit. 
Wir loben dich Herr, dass du uns beschirmt hast mit deiner Macht. 
Wir loben dich Herr, dass du uns geheiligt hast durch deinen Adel. 
Wir loben dich Herr, dass du uns erleuchtet hast in deiner Vertraulichkeit. 
Wir loben dich Herr, dass du uns erhöht hast in deiner Liebe über alle Kreaturen. 


Mechthild von Magdeburg

Dienstag, 30. Juli 2013

Entfache die Gnade Gottes wieder!


Entfache die Gnade Gottes wieder... Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.


Paulus von Tarsus


(2. Timotheus 1,7)

Sonntag, 26. Mai 2013

Die Liebe ist der Maßstab des Wertes aller Tugenden



Der Wert des Goldes ist der Maßstab für den Wert aller andern Metalle. 
So ist auch die Liebe der Maßstab des Wertes aller Tugenden: 
so viel Liebe in ihnen ist, so viel Wert haben sie. 
Die Wirksamkeit der Wärme, ohne die nichts lebt, stammt aus dem Feuer,
 das alles durchdringt und in sich umgestaltet. 
Was wir sehen, ist nicht reines Feuer, wohl aber feuerhaltig. 
So ist auch die Liebe an sich unbemerkbar, 
aber sie liegt allen Tugenden zugrunde, 
welche sie umgestaltet, reinigt und erneuert. 
Die Liebe ist wie der Stein des Gyges, der den Menschen unsichtbar macht; denn die Liebe deckt das Schmutzige und Nackte zu, sie deckt eine Menge Sünden zu, so dass kein Flecken sich zeigt. Die schwarze Kohle und das schwarze Eisen sind im Feuer nicht schwarz, sondern leuchtend; nur getrennt vom Feuer sind sie wieder schwarz. Schon die Liebe dieser Welt deckt die Mängel zu, denn der Liebende sieht die Mängel des geliebten Gegenstandes nicht, solange er liebt. 


Nikolaus von Kues



Text  in der  Übersetzung von Franz Anton Scharpff 

Freiburg in Breisgau, 1862 (S. 496-497)


 

Mittwoch, 17. April 2013

Jenseits aller Worte






Es ist die Barmherzigkeit meines wahren Lehrers, die mich 
das Unbekannte wissen ließ.
Ich habe von Ihm gelernt, wie man ohne Füße gehen, ohne Augen sehen, 
ohne Ohren hören, ohne Mund trinken und ohne Flügel fliegen kann.
Ich habe meine Liebe und meine Meditation in das Land gebracht, in dem keine Sonne ist und kein Mond, noch Tag und Nacht.
Ohne zu essen habe ich von der Süße des Nektars gekostet 
und ohne Wasser habe ich meinen Durst gestillt.
Dort, wo es auf das Vergnügen eine Antwort gibt, dort ist die Fülle der Freude.
Vor wem kann man diese Freude ausdrücken?

Kabîr sagt: 
"Der Lehrer ist groß, jenseits aller Worte und groß ist das Glück des Schülers." 


Kabir



Die Lieder des Kabir


Foto: Meditation © Xenia Illapo

Freitag, 29. März 2013

Wenn ich dich nicht wasche, so hast du kein Teil mit mir



Vor dem Passahfest aber, als Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, aus dieser Welt zu dem Vater hinzugehen - da er die Seinen, die in der Welt waren, geliebt hatte, liebte er sie bis ans Ende. Und bei einem Abendessen, als der Teufel schon dem Judas, Simons Sohn, dem Iskariot, es ins Herz gegeben hatte, dass er ihn überliefere,  steht Jesus - im Bewusstsein, dass der Vater ihm alles in die Hände gegeben und dass er von Gott ausgegangen war und zu Gott hingehe -  von dem Abendessen auf und legt die Oberkleider ab; und er nahm ein leinenes Tuch und umgürtete sich. Dann gießt er Wasser in das Waschbecken und fing an, die Füße der Jünger zu waschen und mit dem leinenen Tuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war. 








Er kommt nun zu Simon Petrus; der spricht zu ihm: Herr, du wäschst meine Füße?  Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, weißt du jetzt nicht, du wirst es aber nachher verstehen. Petrus spricht zu ihm: Du sollst nie und nimmer  meine Füße waschen! Jesus antwortete ihm: Wenn ich dich nicht wasche, so hast du kein Teil mit mir. Simon Petrus spricht zu ihm: Herr, nicht meine Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt! Jesus spricht zu ihm: Wer gebadet ist, hat nicht nötig, sich zu waschen, ausgenommen die Füße, sondern ist ganz rein; und ihr seid rein, aber nicht alle.  Denn er kannte den, der ihn überlieferte; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein.  Als er nun ihre Füße gewaschen und seine Oberkleider genommen hatte, legte er sich wieder zu Tisch und sprach zu ihnen: Wisst ihr, was ich euch getan habe?  Ihr nennt mich Lehrer und Herr, und ihr sagt recht, denn ich bin es.  Wenn nun ich, der Herr und der Lehrer, eure Füße gewaschen habe, so seid auch ihr schuldig, einander die Füße zu waschen. Denn ich habe euch ein Beispiel gegeben, dass auch ihr tut, wie ich euch getan habe.  Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ein Sklave ist nicht größer als sein Herr, auch ein Gesandter  nicht größer als der, der ihn gesandt hat.  Wenn ihr dies wisst, glückselig seid ihr, wenn ihr es tut!



Johannes 13, 1-17   



"La lavanda dei piedi" 
 Fresko von Giotto di Bondone
Cappella degli Scrovegni in Padua


Bild: Wikipedia Commons



Freitag, 18. Januar 2013

Der Herr ist in mir, der Herr ist in dir





Der Herr ist in mir, der Herr ist in dir, wie Leben in jedem Samen ist. 
Oh Diener! Tue Deinen falschen Stolz beiseite 
und suche Ihn in Deinem Inneren.
Millionen Sonnen erstrahlen in ihrem Lichterglanz. 
Ein Meer von Blau erstreckt sich über den Himmel.
Das Fieber des Lebens ist gestillt und alle Steine sind fortgewaschen, 
wenn ich inmitten dieser inneren Welt sitze.
Höre den ungeschlagenen Glocken und Trommeln zu! 
Nehme das Vergnügen wahr in Liebe.
Eine Liebe ist es, die die ganze Welt durchdringt, 
wenige sind es, die sie ganz wissen:
Blind sind jene, welche hoffen sie im Lichte der Vernunft zu sehen, 
jene Vernunft, die Trennung verursacht,
aber das Haus der Vernunft ist sehr weit weg!
Wie gesegnet ist Kabîr, dass er inmitten dieser großen Freude 
in seinem eigenen Inneren singt.
Es ist die Musik wo sich Seele und Seele trifft. 
Es ist die Musik, wo die Sorgen vergessen sind.
Es ist die Musik die alles, das herein kommt und alles, das wieder geht, transzendiert.


Kabir


Foto ©: European South Observatory  

Montag, 24. Dezember 2012

Selbst jene reine Liebe werden...







"... und wir werden von dem Wunsch erfasst, 
jene reine Liebe selbst zu werden, 
von der alle Dinge herrühren ..."



Allen Lesern und Freunden 
wünsche ich ein besinnlich und harmonisch erlebtes
Weihnachtsfest


ilda



Matthias Grünewald: 

Detail der Tafel „Geburt Christi mit Engelskonzert“ des Isenheimer Altars  

Foto: Wikipedia Commons 


Freitag, 21. Dezember 2012

Die vollkommene Liebe vertreibt die Furcht







 Gott ist die Liebe, 
 und wer in der  Liebe bleibt,
 bleibt in Gott,
 und Gott bleibt in ihm.

 Furcht gibt es in der Liebe nicht,
 sondern die vollkommene Liebe
 vertreibt die Furcht.
 Denn die Furcht rechnet mit Strafe,
 und wer sich fürchtet,
 dessen Liebe ist nicht vollendet.
 Wir wollen lieben,
 weil Er uns zuerst geliebt hat.
 Wenn jemand sagt:
 Ich liebe Gott!,
 aber seinen Bruder hasst,
 ist ein Lügner.
 Denn wer seinen Bruder nicht liebt,
 den er sieht, 
kann Gott nicht lieben,
 den er nicht sieht.
 Und dieses Gebot haben wir von Ihm:
 Wer Gott liebt,
 soll auch seinen Bruder lieben.



1 Joh. 4,16-21


Foto: @ Xenia Illapo