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Mittwoch, 29. Februar 2012

Die lebendige Liebesflamme

O Flamme von Liebe lebendig, 
die du zärtlich verwundest 
meine Seele in tiefster Mitte! 
Da du nicht mehr quälend bist,
komm schon ans End’, wenn’s dir gefällt; 
zerreiß den Schleier zur süßen Begegnung!

O Brenneisen zärtlich! 
O Wunde wonnetrunken! 
O milde Hand, o zartkosende Berührung, 
die schmeckt nach ewigem Leben 
und alle Schuld begleicht! 
Tötend hast Tod du in Leben getauscht.

O Leuchten von Feuer, 
in deren Strahlen 
die tiefen Höhlen des Sinnes, 
der dunkel und blind war, 
mit wundersamen Aufgipfelungen 
Wärme und Licht zugleich ihrem Liebsten spenden!

Wie sanft und liebkosend 
erwachst du in meinem Schoß, 
wo du allein insgeheim wohnest! 
Und in deinem köstlichen Hauch, 
von Gutem und Herrlichkeit voll, 
wie zartkosend machst du mich verliebt!

Sonntag, 15. Januar 2012

In der liebenden Seele

In der liebenden Seele gibt es eine Skizze der Liebe, die das Bild des Geliebten so komplett und lebendig wiedergibt, dass man – wenn die Vereinigung in Liebe vollzogen ist – wirklich sagen kann: Der Geliebte lebt im Liebenden und der Liebende im Geliebten. Solch ein Ähnlichwerden bewirkt die Liebe durch die Überformung der Liebenden, dass der eine der andere ist und dass beide eins sind.


Johannes vom Kreuz