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Montag, 14. Januar 2019

In jedem Augenblick vollkommen


Die Welt, mein Freund, ist nicht unvollkommen, 
oder auf einem langsamen Weg zur Vollkommenheit begriffen: 
nein, sie ist in jedem Augenblick vollkommen, 
alle Sünde trägt schon die Gnade in sich, 
alle kleinen Kinder haben schon den Greis in sich, 
alle Säuglinge den Tod, 
alle Sterbenden das ewige Leben.


Hermann Hesse,
aus Siddhartha

Freitag, 21. Dezember 2012

Die vollkommene Liebe vertreibt die Furcht







 Gott ist die Liebe, 
 und wer in der  Liebe bleibt,
 bleibt in Gott,
 und Gott bleibt in ihm.

 Furcht gibt es in der Liebe nicht,
 sondern die vollkommene Liebe
 vertreibt die Furcht.
 Denn die Furcht rechnet mit Strafe,
 und wer sich fürchtet,
 dessen Liebe ist nicht vollendet.
 Wir wollen lieben,
 weil Er uns zuerst geliebt hat.
 Wenn jemand sagt:
 Ich liebe Gott!,
 aber seinen Bruder hasst,
 ist ein Lügner.
 Denn wer seinen Bruder nicht liebt,
 den er sieht, 
kann Gott nicht lieben,
 den er nicht sieht.
 Und dieses Gebot haben wir von Ihm:
 Wer Gott liebt,
 soll auch seinen Bruder lieben.



1 Joh. 4,16-21


Foto: @ Xenia Illapo

Sonntag, 28. Oktober 2012

Die Gabe Gottes


Entweder muss Gott alles geben oder er gibt nichts. Seine Gabe ist ganz einfaltig und vollkommen, ohne eine Teilung, auch nicht gebunden an die Zeit, sondern alles gründet in der Ewigkeit. 
Dessen könnt ihr so gewiss sein wie, dass ich lebe.
Sollen wir also etwas von ihm empfangen, so müssen wir in der Ewigkeit gegründet sein, erhaben über aller Zeitlichkeit. In der Ewigkeit sind alle Dinge gegenwärtig. Das da über mir ist, das ist mir ebenso nah und ebenso gegenwärtig, wie das da hier bei mir ist. Da sollen wir auch nehmen, was wir von Gott haben sollen.


Meister Eckhart