"Gott ist Licht wegen seiner Helligkeit, Friede wegen seiner Ruhe, eine Quelle wegen seiner überfließenden Fülle und der Ewigkeit."( Bernhard von Clairvaux)
"Denn bei Dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Licht sehen wir das Licht"
( Psalm 36,10)
"Suche den Klang, der nie vergeht.
Suche die Sonne, die niemals untergeht.“ (Rumi)
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Donnerstag, 12. Januar 2017
Sonntag, 10. Februar 2013
Er ist nirgends sonst zu finden als im Herzen
Ich versuchte, ihn zu finden am Kreuz der Christen, aber er war nicht dort.
Ich ging zu den Tempeln der Hindus und zu den alten Pagoden, aber ich konnte nirgendwo eine Spur von ihm finden. Ich suchte ihn in den Bergen und Tälern, aber weder in der Höhe noch in der Tiefe sah ich mich imstande, ihn zu finden. Ich ging zur Kaaba in Mekka, aber dort war er auch nicht. Ich befragte die Gelehrten und Philosophen, aber er war jenseits ihres Verstehens.
Ich prüfte mein Herz, und dort verweilte er, als ich ihn sah.
Er ist nirgends sonst zu finden.
Dschalâl- ad-Dîn ar-Rumî
Donnerstag, 13. September 2012
Warum bist du in einem Gefängnis eingeschlafen?
Warum, wenn Gottes Welt doch so groß ist,
bist du ausgerechnet in einem Gefängnis eingeschlafen?
Rumi
Samstag, 12. Mai 2012
Die Liebe allein offenbart die Wahrheit der LIebe
Der Verstand ist unfähig zum Ausdruck der Liebe.
Die Liebe allein ist imstande, die Wahrheit der Liebe zu offenbaren
und was es ist, ein Liebender zu sein.
Die Geschichte der Liebe
musst du von der Liebe selbst hören.
Denn wie ein Spiegel ist sie stumm und sprechend zugleich.
Rumi (Dschalal-ad-Din ar-Rumi)
Montag, 30. April 2012
Jenseits der äußeren Formen
Wer sich darauf beschränkt, den Garten zu bewundern,
dem bleibt das Gesicht des Gärtners vorenthalten
dem bleibt das Gesicht des Gärtners vorenthalten
Rumi (Dschalal-ad-Din ar-Rumi)
Mittwoch, 18. April 2012
Meiner Seele Morgenlicht, sei nicht fern, o sei nicht fern!
Meiner Seele Morgenlicht, sei nicht fern, o sei nicht fern!
Meiner Liebe Traumgesicht, sei nicht fern, o sei nicht fern!
Leben ist, wohin du blickst, Tod, wo du dich wendest ab;
Hier, wo Tod mit Leben ficht, sei nicht fern, o sei nicht fern!
Ich bin Ost, in dem du auf-, West, in dem du untergehst;
Licht, das meine Farben bricht, sei nicht fern, o sei nicht fern!
Ich, dein Bettler, bin der Fürst, dein Gefangner, ich bin frei,
Meine Lust ist meine Pflicht; sei nicht fern, o sei nicht fern!
Sieh, wie mich der Turban schmückt, mich der Parsengürtel ziert,
Wie mich Kutt' und Strick umflicht; sei nicht fern, o sei nicht fern!
Feuerdiener und Brahman', Christ und Muselman bin ich,
Du bist meine Zuversicht, sei nicht fern, o sei nicht fern!
In Pagoden, in Moscheen, und in Kirchen, mein Altar
Ist allein dein Angesicht; sei nicht fern, o sei nicht fern!
Ew'ger Mittelpunkt der Welt, mit Gebet umkreis' ich dich;
Weich' aus deinem Kreise nicht, sei nicht fern, o sei nicht fern!
Weltgericht und Seligkeit, Seligkeit ist, wo du nahst,
Wo du weggehst, Weltgericht; sei nicht fern, o sei nicht fern!
O Weltrose, dich hervorbringen wollend, sieh, wie rings
Aus Herzknospen Sehnsucht bricht; sei nicht fern, o sei nicht fern!
Hör', wie gellend in der Nacht, Rose, jede Nachtigall
Laut aus meiner Seele spricht: Sei nicht fern, o sei nicht fern!
Die Beschwörung, der du nie widerstehn, o Liebe, kannst,
Ist Dschelaleddins Gedicht: Sei nicht fern, o sei nicht fern!
Dschalal-ad-Din ar-Rumi
in der Nachdichtung von Friedrich Rückert
Mittwoch, 7. März 2012
Ich sah empor, und sah in allen Räumen eines
| Ich sah empor, und sah in allen Räumen eines; Hinab ins Meer, und sah in allen Wellenschäumen eines. Ich sah ins Herz, es war ein Meer, ein Raum der Welten, Voll tausend Träum'; ich sah in allen Träumen eines. Du bist das Erste, Letzte, Äußre, Innre, Ganze; Es strahlt dein Licht in allen Farbensäumen eines. Du schaust von Ostens Grenze bis zur Grenz' im Westen, Dir blüht das Laub an allen grünen Bäumen eines. Vier widerspenst'ge Tiere ziehn den Weltenwagen; Du zügelst sie, sie sind an deinen Zäumen eines. Luft, Feuer, Erd' und Wasser sind in eins geschmolzen In deiner Furcht, daß dir nicht wagt zu bäumen eines. Der Herzen alles Lebens zwischen Erd' und Himmel, Anbetung dir zu schlagen soll nicht säumen eines. Dschalal-ad-Din ar-Rumi in der Nachdichtung von Friedrich Rückert |
Mittwoch, 8. Februar 2012
Du bist der Schreiber und die Schrift bist du
Du bist der Schreiber und die Schrift bist du,
Tint' und Papier und Schreibestift bist du.
Du bist die Sternenschrift am Himmel dort,
Im Herzen hier die Liebeschrift bist du.
Das Blatt, das treibt, das ausgetriebne Lamm,
Der Trieb, der Treiber und die Trift bist du.
Du bist die Ruh', die Unruh' bist du auch,
Das Gift und auch das Gegengift bist du.
Du Ebb' und Flut, Windstill' und Sturm und Meer,
Schiffbruch und Schiff, und der drin schifft, bist du.
Was kann ich treffen? was kann treffen mich?
Was trifft der Sinn, und was ihn trifft, bist du.
Dschalal-ad-Din ar-Rumi
(aus den Ghaselen)
(aus den Ghaselen)
in der Nachdichtung von Friedrich Rückert
Freitag, 3. Februar 2012
Jenseits der Vorstellungen von Richtig und Falsch
Draußen, jenseits der Vorstellungen von Richtig und Falsch, liegt ein Feld. Dort werde ich mit dir zusammentreffen. Wenn die Seele sich in jenes Grasland niederlässt, ist die Welt zu sehr erfüllt, um darüber zu reden. Vorstellungen, Sprache, selbst der Ausdruck "der Andere", ergeben keinen Sinn mehr.
Dschalal-ad-Din ar-Rumi
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