Gott! Du bist mein Gott!
Ich sehne mich nach dir, dich brauche ich!
Wie eine dürre Steppe nach Regen lechzt,
so dürste ich, o Gott, nach dir.
Ich suche dich in deinem Heiligtum,
um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen.
Deine Liebe bedeutet mir mehr als mein Leben!
Darum will ich dich loben;
mein Leben lang werde ich dir danken
und meine Hände im Gebet zu dir erheben.
Ich juble dir zu und preise dich,
ich bin glücklich und zufrieden wie bei einem festlichen Mahl.
Wenn ich in meinem Bett liege, denke ich über dich nach,
die ganze Nacht sind meine Gedanken bei dir.
Denn du hast mir immer geholfen;
unter deinem Schutz bin ich geborgen,
darum kann ich vor Freude singen.
Ich klammere mich an dich,
und du hältst mich mit deiner starken Hand.
...
Psalm 63
Ein Lied von David.
Es stammt aus der Zeit, als er in der Wüste Juda war
"Gott ist Licht wegen seiner Helligkeit, Friede wegen seiner Ruhe, eine Quelle wegen seiner überfließenden Fülle und der Ewigkeit."( Bernhard von Clairvaux)
"Denn bei Dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Licht sehen wir das Licht"
( Psalm 36,10)
"Suche den Klang, der nie vergeht.
Suche die Sonne, die niemals untergeht.“ (Rumi)
________________________________________________________________________
Posts mit dem Label Sehnsucht nach Gott werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Sehnsucht nach Gott werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Mittwoch, 20. März 2019
Donnerstag, 21. November 2013
Sehnsucht
Obwohl wir Gott nie gesehen haben, sind wir wie Zugvögel, die an einem fremden Ort geboren, doch eine geheimnisvolle Unruhe empfinden, wenn der Winter naht, einen Ruf des Blutes, eine Sehnsucht nach der frühlingshaften Heimat, die sie nie gesehen haben und zu der sie aufbrechen,
ohne zu wissen, wohin.
Ernesto Cardenal
(Das Buch von der Liebe, Peter Hammer Verlag, S. 55)
Bild: © moorhenne / pixelio.de
Labels:
Ernesto Cardenal,
Sehnsucht nach Gott
Montag, 17. Juni 2013
Dass Gott in Ruhe ist, das bringt alle Dinge zum Laufen.
Dass Gott in Ruhe ist, das bringt alle Dinge zum Laufen. Etwas ist so lustvoll, das bringt alle Dinge zum Laufen, dass sie zurückkommen in das, von dem sie gekommen sind und das doch unbeweglich in sich selber bleibt, und auf je höherer Stufe ein Ding ist, umso lustvoller läuft es.
Meister Eckhart
(Sprüche)
(Sprüche)
Labels:
Bewegung,
Freude,
Meister Eckhart,
Ruhe,
Sehnsucht nach Gott
Montag, 15. April 2013
Der unendliche Augenblick
Es gibt Situationen, da fühlt die Seele Seine Gegenwart plötzlich auf eine Weise, die einen Irrtum unmöglich macht, und mit Zittern und Angst ruft sie:
" Du bist der, der Himmel und Erde gemacht hat! ". Und sie will sich verstecken, will davon laufen vor dieser Gegenwart und kann es doch nicht, weil sie wie zwischen Wand und Schwert steht, zwischen Ihm und Ihm. Sie kann sich nicht verbergen, weil diese Gegenwart Himmel und Erde überschwemmt und weil sie auch die Seele vollkommen einhüllt.
...
Sie spürt eine solche Süße in sich eindringen, dass diese Süße Schmerz wird, unendlicher Schmerz, eine unendliche Bitterkeit und eine unendliche Süße. Das ganze dauert vielleicht eine einzige Sekunde, und vielleicht wiederholt sich im ganzen Leben nicht noch einmal. Die Seele, die aber einmal diese Sekunde erfahren hat, fühlt alle Schönheit und alle Freude und alles Glück dahinschwinden, sie sind "nichts als Dung", wie die Heiligen sagen (Skybala- "Scheiße", sagt Paulus), nichts erfreut sie mehr als diese Seligkeit. Von nun an wird ihr ganzes Leben ein Leben des Leidens und der Sehnsucht, weil sie wahnsinnig geworden ist, wahnsinnig vor Liebe und Verlangen nach dem, was sie einmal geschmeckt hat. Und sie würde alle Schmerzen und alle Folter erleiden, nur um ein zweites Mal noch eine Sekunde, noch einen Tropfen von dieser Gegenwart zu kosten. Freundschaft, Liebe, Wein, Reisen und Feste, alles ist dahingeschwunden, nie mehr wird die Seele eine größere Freude verspüren als die, die sie einmal erfahren durfte
Ernesto Cardenal
(Das Buch von der Liebe, Peter Hammer Verlag, S. 69 )
Samstag, 26. Januar 2013
Ich lebe in der Hoffnung ihn zu treffen
Das Lied, das ich kam zu singen,
bleibt ungesungen bis auf diesen Tag.
bleibt ungesungen bis auf diesen Tag.
Ich brachte meine Tage hin, mein Instrument
zu stimmen und umzustimmen.
Der Takt kam nicht aus, die Worte
sind nicht recht gesetzt, nur eine Pein
des Wünschens ist im Herzen.
sind nicht recht gesetzt, nur eine Pein
des Wünschens ist im Herzen.
Die Blüte hat sich nicht geöffnet, nur
der Wind seufzt vorüber.
der Wind seufzt vorüber.
Ich habe sein Angesicht nicht gesehn,
nicht gelauscht seiner Stimme; nur seinen
leisen Fußtritt hab ich gehört auf der
Straße vor meinem Hause.
nicht gelauscht seiner Stimme; nur seinen
leisen Fußtritt hab ich gehört auf der
Straße vor meinem Hause.
Der lange Tag verging damit, ihm den
Sitz am Boden zu breiten, die Lampe
aber ist noch nicht entzündet, ich kann
ihn nicht in mein Haus bitten.
Sitz am Boden zu breiten, die Lampe
aber ist noch nicht entzündet, ich kann
ihn nicht in mein Haus bitten.
Ich lebe in der Hoffnung ihn zu treffen,
doch dieses Treffen ist noch nicht.
doch dieses Treffen ist noch nicht.
Rabindranath Tagore
aus Gitanjali (Lied 13)
in der Nachdichtung von Marie Luise Gothein, 1914
Freitag, 7. Dezember 2012
Spät habe ich dich geliebt, du Schönheit...
Spät habe ich dich geliebt, du Schönheit, ewig alt und ewig neu; spät habe ich dich geliebt. Und siehe, du warst in meinem Innern; ich aber lief hinaus und suchte dich draußen. Hässlich und missgestaltet warf ich mich auf das Schöngestaltete, das du geschaffen hast. Du warst bei mir, ich aber war nicht bei dir. Was von dir so lange mich fern hielt, waren Dinge, die doch gar nicht existierten, wenn sie nicht in dir wären. Du aber riefst mich, und immer lauter riefst du mich und zerrissest meine Taubheit. Dein Licht ging mir auf, und immer strahlender leuchtetest du und verjagtest meine Blindheit... Gekostet habe ich dich, und nun hungere und dürste ich nach dir. Du hast mich angerührt, da bin ich entbrannt in Sehnsucht nach deinem Frieden.
Augustinus von Hippo
(Confessiones X, 27,38)
Donnerstag, 8. November 2012
Du führtest zu Freunden mich...
Du führtest zu Freunden mich,
die ich nicht kannte.
Du wiesest den Sitz mir im Hause,
das nicht mein eigen.
Du brachtest das Ferne mir nah
und machtest mich Bruder dem Fremden.
Mein Herz ist voll Unruh,
wenn ich verlassen muss
das vertraute Obdach,
und ich vergesse,
dass altes immer im neuen wohnt,
dass auch du dort wohnst.
Durch Geburt und Tod, in dieser Welt
oder in andern,
wohin du mich führst,
du bist es, derselbe, der ein Gefährte
des endlosen Lebens,
der immer mein Herz
mit den Banden der Freude
dem Ungewohnten verbindet.
Dem, der dich kennt, ist nichts mehr fremd,
keine Tür ist verschlossen.
O, gewähr dies Gebet mir,
dass ich nie den Segen verliere,
das Eine zu fassen
im Spiele der Vielen.
Rabindranath Tagore
aus Gitanjali
Labels:
Brüderlichkeit,
das Eine,
Einheit,
Rabindranath Tagore,
Segen,
Sehnsucht nach Gott,
Vielfalt
Sonntag, 4. November 2012
Ich warte nur auf die Liebe
Ich warte nur auf die Liebe,
um endlich mich in seine Hände aufzugeben.
Deshalb bin ich so spät, und deshalb
bin ich schuldig so vieler Lücken.
Sie kommen mit ihren Gesetzen und Regeln,
um mich zu binden,
doch ich entschlüpfe ihnen immer wieder,
denn ich warte nur auf die Liebe,
um endlich mich in seine Hände aufzugeben.
Die Leute tadeln mich,
nennen mich unbedacht,
ich zweifle nicht, sie haben
Recht zum Tadel.
Der Markttag ist vorüber,
alle Arbeit ist getan für die Geschäftigen.
Die da kamen umsonst mich zu rufen,
gingen voll Zorn.
Ich aber warte nur auf die Liebe,
um endlich mich in seine Hände aufzugeben.
Rabindranath Tagore
aus Gitanjali
Rabindranath Tagore
aus Gitanjali
Deutsche Nachdichtung von Marie Luise Gothein [1863-1931]
Samstag, 3. November 2012
Wenn du nicht sprichst...
Wenn du nicht sprichst, will ich mein Herz
mit deinem Schweigen füllen
und dulden.
Ich warte und halte mich still
wie die Nacht mit ihren gestirnten Vigilien,
und ihrem Haupte tief geneigt in Geduld.
Der Morgen wird sicher kommen,
das Dunkel wird schwinden und deine Stimme
in goldenen Strömen sich ergießen
und vom Himmel brechen.
Dann werden deine Worte Schwingen nehmen
im Gesang von allen meinen Vogelnestern
und deine Melodien werden in Blumen
in meinen waldigen Hainen
aufbrechen.
Rabindranath Tagore
aus Gitanjali
Deutsche Nachdichtung von Marie Luise Gothein [1863-1931]
Labels:
Rabindranath Tagore,
Sehnsucht nach Gott
Ich brauche dich, nur dich!
Dass ich dich brauche, nur dich,
soll mein Herz wiederholen endlos.
Alle Wünsche, die mich zerreißen
Tag und Nacht, sind nichtig
bis auf den Grund.
Wie die Nacht in ihrem Dunkel
den Drang nach Licht birgt,
so erklingt aus der Tiefe
des Unbewußten der Schrei:
"Ich brauche dich, nur dich!"
Wie der Sturm sein Ziel
im Frieden sucht,
wenn er den Frieden bekämpft
mit all seiner Macht,
so schlägt mein Aufruhr
gegen deine Liebe,
und doch ist mein Schrei:
"Ich brauche dich, nur dich!"
Rabindranath Tagore
soll mein Herz wiederholen endlos.
Alle Wünsche, die mich zerreißen
Tag und Nacht, sind nichtig
bis auf den Grund.
Wie die Nacht in ihrem Dunkel
den Drang nach Licht birgt,
so erklingt aus der Tiefe
des Unbewußten der Schrei:
"Ich brauche dich, nur dich!"
Wie der Sturm sein Ziel
im Frieden sucht,
wenn er den Frieden bekämpft
mit all seiner Macht,
so schlägt mein Aufruhr
gegen deine Liebe,
und doch ist mein Schrei:
"Ich brauche dich, nur dich!"
Rabindranath Tagore
aus Gitanjali
Deutsche Nachdichtung von Marie Luise Gothein [1863-1931]
Labels:
Rabindranath Tagore,
Sehnsucht nach Gott
O du meines Lebens Leben!
O du meines Lebens Leben!
Immer werd ich mich mühn,
rein meinen Leib zu erhalten, wissend,
daß auf meinen Gliedern
lebendig dein Hauch ist.
Immer werd ich mich mühn,
Unwahres mir fern vom Denken zu halten,
wissend: du bist die Wahrheit,
die mir im Geiste das Licht
der Vernunft entzündet.
Immer werd ich mich mühn,
von meinem Herzen die Übel zu treiben
und meine Liebe in Blüte zu halten,
wissend: du thronest im Allerheiligsten
meines Herzens.
Und es soll immer mein Streben sein:
dich offenbaren in meinem Tun,
wissend, dass deine Macht
mir Kraft gibt zum Handeln.
Immer werd ich mich mühn,
rein meinen Leib zu erhalten, wissend,
daß auf meinen Gliedern
lebendig dein Hauch ist.
Immer werd ich mich mühn,
Unwahres mir fern vom Denken zu halten,
wissend: du bist die Wahrheit,
die mir im Geiste das Licht
der Vernunft entzündet.
Immer werd ich mich mühn,
von meinem Herzen die Übel zu treiben
und meine Liebe in Blüte zu halten,
wissend: du thronest im Allerheiligsten
meines Herzens.
Und es soll immer mein Streben sein:
dich offenbaren in meinem Tun,
wissend, dass deine Macht
mir Kraft gibt zum Handeln.
Rabindranath Tagore
Labels:
Rabindranath Tagore,
Sehnsucht nach Gott
Abonnieren
Posts (Atom)