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Mittwoch, 15. April 2020

Jenseits aller menschlichen Vorstellungskraft

Gott
ist nichts von alledem,
was Du von ihm aussagen kannst.
Er ist jenseits
aller menschlichen Vorstellungskraft
von Form, Wesen oder Gut.


Johannes Tauler

Sonntag, 11. Februar 2018

Wer Gott aufgibt...


Wer Gott aufgibt, der löscht die Sonne aus,
um mit einer Laterne weiterzuwandern.

Christian Morgenstern

Freitag, 9. Dezember 2016

Von Deinem Hauch verweht



Wir sind  Federn von Deinem Hauch verweht.
Wir gehen, wohin Du uns treibst, Deinem Willen fügsam, wünschend nur, 
von Deiner Liebe geführt zu werden.

Wir nennen Dich Gott, aber wir wissen nichts von Dir außer, 
dass nur in Dir der Frieden, die Liebe, die Schönheit,
die Gerechtigkeit, das Licht
Vollendung
und vollkommenes, unveränderliches Leben haben.




©
Fragmenta
Liebeslied 2005



Dienstag, 6. Dezember 2016

Wie komme ich zu Dir, Herr?

Die Seele fragte:
"Sag, wo bist du Herr, dass ich Dich aufsuchen kann?"
 Und Gott antwortete: 
"Wenn du anfängst, mich zu suchen, bist du schon zu mir hingelangt"

Abu Hamid al-Ghaza


Samstag, 26. November 2016

Seele und Gott: ein Vergleich

Wie die Seele im jeglichen Teil des Leibes ganz ist, 
so ist Gott ganz in allem und jedem Seinswesen.

Thomas von Aquin

aus: Summe der Theologie

Samstag, 9. Januar 2016

Die Welt ist durch unsichtbare Knoten verbunden // 1


Alles ist mit allem verbunden bis zu untersten Ende aller Ringe der Kette, und das wahre Wesen Gottes  ist gleicherweise oben und unten, in den Himmeln und auf Erden, und nichts existiert außer ihm.


Aus dem Zohar


Der Titel ist ein Spruch von  A. Kircher (1602-1680)


Donnerstag, 7. Januar 2016

Unbegrenzte menschliche Natur


Der Bereich der menschlichen Natur umfasst in 
seiner menschlichen Möglichkeit
Gott und das Weltall


Nikolaus von Kues
 (aus De coniecturis, ca 1443)


Montag, 4. November 2013

Das "Nichts" - eine Interpretation von Meister Eckhart


In der Predigt 71 interpretiert Meister Eckhart das Wort aus der Apostelgeschichte (9,8) " Paulus stand auf von der Erde und mit offenen Augen sah er nichts" 

" Mich dünkt, dass das Wörtlein nihil (nichts) vielfachen Sinn habe. Der eine Sinn ist dieser: als er aufstand von der Erde, sah er mit offenen Augen nichts, und dieses Nichts war Gott…Der zweite: als er aufstand, da sah er nichts als Gott. Der dritte: in allen Dingen sah er nichts als Gott. Der Vierte: als er Gott sah, da sah er alle Dinge als ein Nichts…
Siehst du irgendetwas oder fällt irgendetwas in dein Erkennen, so ist das Gott nicht. Eben deshalb nicht, weil er weder dies noch das ist. Wer sagt, Gott sei hier oder dort, dem glaubet nicht… Wenn die Seele in das Eine kommt und darin eintritt in eine lautere Verwerfung ihrer selbst, so findet sie dort Gott als in einem Nichts.
Es deuchte einem Menschen wie in einem Traum - es war ein Wachtraum-, er würde schwanger vom Nichts wie eine Frau mit einem Kind, und in diesem Nichts ward Gott geboren. Der war die Frucht des Nichts: Gott ward geboren. Daher heißt es in der Apostelgeschichte:"Paulus stand auf von der Erde und mit offenen Augen sah er nichts".

Meister Eckhart

zitiert nach: Niklaus Brantschen SJ,Pia Gyger,Bernhard Stappel, 

Via integralis. Wo Zen und christliche Mystik sich begegnen: Ein Übungsweg ..., Kösel-Verlag



Donnerstag, 24. Oktober 2013

Gott lässt sich nur von der Liebe fassen


Jetzt wirst du mich fragen: "Wie soll ich an Ihn denken, und was ist Er?" Darauf kann ich dir nur antworten: Ich weiß es auch nicht. Denn du hast mich mit deiner Frage in die gleiche Dunkelheit und in die gleiche Wolke des Nichtwissens versetzt, in der ich dich selbst gern sähe. Denn alle anderen Geschöpfe und ihre Werke ja sogar die Werke Gottes selbst kann man durch Gnade zur Gänze erkennen, und es ist gut möglich, sich mit ihnen in Gedanken zu beschäftigen. Aber Gott selbst kann kein Mensch gedanklich erfassen. Und daher will ich alles, was ich denken kann, hinter mir lassen und zum Gegenstand meiner Liebe das erwählen, das nicht gedacht werden kann. Denn Gott kann wohl geliebt, aber nicht gedacht werden. Von der Liebe lässt er sich fassen und halten, vom Intellekt jedoch nicht. Und wenn es darum auch zuweilen gut ist, an die Güte und Erhabenheit Gottes im besonderen zu denken und wenn das auch den Geist erleuchtet und einen Teil der mystischen Kontemplation bildet, müssen doch solche Gedanken bei diesem Werk abgeworfen und mit einer Wolke des Vergessens bedeckt werden. Sodann musst du mit festem, freudigem Schritt über sie emporsteigen und mit einer innigen und süßen Liebesregung versuchen, das Dunkel, das über dir ist, zu durchdringen. Bohre den spitzen Speer der sehnenden Liebe in diese dichte Wolke, und lass nicht davon ab, was immer geschehen mag.


Die Wolke des Nichtwissens  (Kapitel 6)
(Ende des 14. Jahrhunderts)



Mittwoch, 30. Januar 2013

Gott ist jenseits von Form und Formlosigkeit


   Gott ist nicht nur formlos und kann Formen annehmen, sondern er ist auch jenseits von Form und Formlosigkeit. Nur er weiß, was er alles ist. Für diejenigen, die ihn lieben, manifestiert er sich auf verschiedene Arten und in verschiedenen Formen. Doch er ist an keine Grenze der Form noch an ihr Gegenteil gebunden.
   Niemand kann mit letzter Gewissheit sagen, dass Gott nur „so“ ist und nicht anders. Er ist formlos und andererseits hat er Formen. Für den Gottesverehrer (Bhakta) nimmt er Formen an — für denjenigen, der dem Weg der Erkenntnis zur eigenen wahren Natur folgt (Jnani), ist er ohne Form.
   Brahman, absolutes Sein-Bewusstsein-Seligkeit, ist wie ein uferloser Ozean. Im Ozean entstehen bei starker Kälte hier und da Eisschollen. Ähnlich nimmt das Unendliche endliche Formen an, sozusagen unter dem kühlenden Einfuss der Hingabe des Gottesverehrers, und erscheint vor ihm als göttliche Person. Doch wie beim Aufgehen der Sonne die Eisschollen im Ozean schmelzen, so geht mit dem Erwachen der Erkenntnis der eigenen wahren Natur, die eins ist mit dem unbeschreiblichen Göttlichen Urgrund, (Jnana) die verkörperte Gottesform in das unendliche und formlose Brahman auf. Dann hat der Verehrer nicht mehr das Gefühl, dass Gott eine Person ist, noch hat er dann Visionen von Gottes Formen.
   Doch vergiss nicht: Form und Formlosigkeit gehören ein und derselben Wirklichkeit an. 


Ramakrishna


Text und Erklärungen zu den hinduistischen Begriffen: 
 http://www.ramakrishna.de/ramakrishna/ramakrishnaworte.php


Freitag, 26. Oktober 2012

Wie die Schule, so die Lehre ...


In Schulen dieser Welt
wird Gott uns nur beschrieben,
ins heilgen Geistes Schul
lernt man ihn schaun und lieben.

Angelus Silesius

(Cherubinischer Wandersmann V, 267)


Freitag, 7. September 2012

In Sanftmut wohnt Gott



Besänftige dein Herz: Gott ist in starken Winden,
In Erdbewegungen und Feuer nicht zu finden.


Angelus Silesius

(Cherubinischer Wandersmann - III,142)

Freitag, 3. August 2012

Du bist meiner Seele Durst...

Wie lange noch,
wie lange werde ich noch darauf warten,
o mein Geliebter,
dich zu genießen
und dein liebenswertes Angesicht
zu betrachten?
Du bist meiner Seele Durst.
Himmel, Erde und alles,
was auf ihnen ist:
ohne dich sind sie mir
so wie ein eisiger Frost des Winters.
Dein liebenswertes Angesicht
ist mir die einzige Tröstung,
und Trost des Frühlings.


Gertrud von Helfta





Dienstag, 24. Juli 2012

Man muss noch über Gott

Wo ist mein Aufenthalt? Wo ich und du nicht stehen.
Wo ist mein letztes End, in welches ich soll gehen?
Da, wo man keines findt. Wo soll ich denn nun hin?
Ich muß noch über Gott in eine Wüste ziehn.


Angelus Silesius


(aus dem Cherubinischen Wandersmann)

Sonntag, 22. Juli 2012

Der gute Wille verliert oder vermisst Gott nie

Auch sollst du wissen, dass der gute Wille Gott nicht verlieren kann. Zwar vermisst ihn die Wahrnehmungskraft des Gemüts bisweilen und meint oft, Gott sei fortgegangen.
Was sollst du dann tun? - Im Grunde eben dasselbe, wie wenn du im Zustand des größten Getröstetseins wärst. Dasselbe lerne tun, wenn du im tiefsten Leiden bist. Und verhalte dich in gleicher Weise, wie du dich da verhieltest
Es gibt keinen gleich guten Rat, Gott zu finden, als ihn dort zu finden, wo man Gott verlässt. Und wie dir war, als du ihn zuletzt hattest, ebenso tue nun auch, da du ihn vermisst; dann findest du ihn. Der gute Wille, der verliert oder vermisst Gott nie und nimmer.

Meister Eckhart

aus Vom Adel der menschlichen Seele, Anaconda Verlag, S. 52

Samstag, 21. Januar 2012

Caritas abundat in omnia
Die Liebe überflutet alles



Video von marisayutub http://youtu.be/K7PcU1vlhGo

Caritas abundat in omnia, 
de imis excellentissima 
super sidera, 
atque amantissima in omnia, 
quia summo Regi 
osculum pacis dedit 

Die Liebe überflutet alles
von den tiefsten Tiefen bis hoch
zu den höchsten Sternen,
sie ist liebend allem zugetan,
da sie dem höchsten König
den Friedenskuss gab.

Hildegard von Bingen  
(Symphonia: Geistliche Gesänge)

Dienstag, 19. Februar 2008

Wär nicht das Auge sonnenhaft

Wär nicht das Auge sonnenhaft,
Die Sonne könnt es nie erblicken;
Läg nicht in uns des Gottes eigne Kraft,
Wie könnt uns Göttliches entzücken?

Johann Wolfgang Goethe  (nach Plotin)