Posts mit dem Label unio mystica werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label unio mystica werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 13. Oktober 2013

Wer kann die Freude der Gemeinschaft mit Gott verstehen?



Wie ein kleines Kind keine Verständnisfähigkeit für die Freude der ehelichen Vereinigung hat, so kann sich ein Weltling keinen Begriff machen von der ekstatischen Freude der Gemeinschaft mit Gott.

Ramakrishna

Sonntag, 29. September 2013

Suche nichts als ein reines Entsinken in das verborgene Gut


Suche nichts als ein reines, einfaches Entsinken 
in das reine, einfache,unbekannte, namenlose, 
verborgene Gut, das Gott ist, 
und in alles, was sich in ihm enthüllen mag. 

Alles soll sich an sein Nichts halten:
Nichts wissen, nichts erkennen, nichts wollen, 
nichts suchen, nichts haben wollen.

Suche weder Empfindung noch Erleuchtung! 
Entsinke in dein Nicht-wissen
und Nicht-wissen-wollen!

Die Tiefe, die in Gott ist,
ist ein solcher Abgrund,
dass aller geschaffene Verstand 
sie nicht zu erreichen 
noch zu ergründen vermag.

Dieser Tiefe soll der Mensch begegnen
mit der eigenen Tiefe:
das ist, dem grundlosen Abgrund 
einer unergründlichen Selbstvernichtung.

Das heißt: könnte er ganz 
zu einem lauteren Nichts werden, 
das hielte er für recht und billig.

Das kommt aus der Tiefe
und der Erkenntnis seines Nichts.


Johannes Tauler


Dienstag, 30. Juli 2013

Der Tempel ist offenbart



Ein heftiger Schmerz bekümmert mich Tag und Nacht 
und ich kann nicht schlafen;
Ich sehne mich nach dem Treffen mit meinem Geliebten 
und an meines Vaters Zuhause habe ich keine Freude mehr.





Die Tore des Himmels sind geöffnet, der Tempel ist offenbart:
Ich treffe mein Gemahl und hinterlasse zu seinen Füßen 
die Darbringung meines Körpers und meines Verstandes. 

Kabir


Foto: Statue von  Milarepa im Messner Mountain Museum
 Schloss Sigmundskron (bei Bozen)
© Xenia Illapo

Mittwoch, 17. April 2013

Jenseits aller Worte






Es ist die Barmherzigkeit meines wahren Lehrers, die mich 
das Unbekannte wissen ließ.
Ich habe von Ihm gelernt, wie man ohne Füße gehen, ohne Augen sehen, 
ohne Ohren hören, ohne Mund trinken und ohne Flügel fliegen kann.
Ich habe meine Liebe und meine Meditation in das Land gebracht, in dem keine Sonne ist und kein Mond, noch Tag und Nacht.
Ohne zu essen habe ich von der Süße des Nektars gekostet 
und ohne Wasser habe ich meinen Durst gestillt.
Dort, wo es auf das Vergnügen eine Antwort gibt, dort ist die Fülle der Freude.
Vor wem kann man diese Freude ausdrücken?

Kabîr sagt: 
"Der Lehrer ist groß, jenseits aller Worte und groß ist das Glück des Schülers." 


Kabir



Die Lieder des Kabir


Foto: Meditation © Xenia Illapo

Mittwoch, 15. August 2012

Wir sind beide in eins geflossen




Da sprach 
der liebende Mund,
der meine Seele küsste wund,
in seinen erhabenen Worten,
die ich Unwürdige hörte:
Du bist meiner Sehnsucht Liebesfühlen,
Du bist meiner Brust ein süßes Kühlen,
Du bist ein inniger Kuß meines Mundes,
Du bist eine selige Freude meines Fundes,
Ich bin in dir, du bist in Mir,
Wir können einander nicht näher sein,
Denn wir sind beide in eins geflossen
Und sind in eine Form gegossen
Und verbleiben so ewig unverdrossen.

Mechthild von Magdeburg

(Das fließende Licht der Gottheit, Buch III,V)


Abstrakte Malerei von Fernando Bohorquez
www.bohorquez-atelier.de


Dienstag, 14. August 2012

Mein Auge ist nur dazu da, dass es dich spiegelt



Mein Auge ist nur dazu da,
dass es dich spiegelt.
Mein Mund,
damit er deinen Mund versiegelt.
Die Hand,
damit sie deine Hand behalte.
Mein Sinn,
damit er deinen Sinn entfalte.


Hafez 


Foto © madochab / photocase.com

O wenn es mir schon hier gelänge...




O wenn es mir schon hier gelänge,
was ich begehre,
und wenn mir gegeben würde,
dass zu mir kommt
mein lieber Wunsch
und du wahrhaftig zu mir umkehrst
und mich erquickst
im überaus lieblichen Kuss 
deiner gnädigen Huld.
O könnte ich doch,
o mein liebstes Lieb,
ganz tief in meinem Inneren
dich ergreifen
und mit Küssen überhäufen,
um, wahrhaft mit dir vereint,
mich dir anzuschmiegen unzertrennlich.

Gertrud von Helfta

Foto © Galle 77 /photocase.com

Montag, 6. August 2012

O Liebe, dich zu genießen...


O Liebe, dich zu genießen,
das ist,
wenn das göttliche Wort und die Seele
sich in größter Huld und Würde
inniglich verbinden,
bewirkt durch die vollkommene
Einung mit Gott.
Mit dir zu verkehren,
das ist,
sich mit Gott zu verflechten.
Dich zu genießen,
das ist,
mit Gott eins zu werden.
Du bist jener Friede,
der alles Sinnen übersteigt,
und du bist dort der Weg,
auf dem man hingelangt zum Brautgemach.