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Mittwoch, 20. März 2019

Ich sehne mich nach dir, mein Gott

Gott! Du bist mein Gott!
    
Ich sehne mich nach dir, dich brauche ich!

Wie eine dürre Steppe nach Regen lechzt,
    
so dürste ich, o Gott, nach dir.
 
Ich suche dich in deinem Heiligtum,
    
um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen.
Deine Liebe bedeutet mir mehr als mein Leben!
    
Darum will ich dich loben;
 
mein Leben lang werde ich dir danken
    
und meine Hände im Gebet zu dir erheben.

Ich juble dir zu und preise dich,
    
ich bin glücklich und zufrieden wie bei einem festlichen Mahl.
Wenn ich in meinem Bett liege, denke ich über dich nach,
    
die ganze Nacht sind meine Gedanken bei dir. 
Denn du hast mir immer geholfen;
    
unter deinem Schutz bin ich geborgen,
    
darum kann ich vor Freude singen.
 
Ich klammere mich an dich,
    
und du hältst mich mit deiner starken Hand.
...

Psalm  63

Ein Lied von David.
Es stammt aus der Zeit, als er in der Wüste Juda war



Sonntag, 13. Januar 2019

Beten heißt Erkennen


Gebet besteht nicht in dem Bemühen Gott zu erreichen, sondern darin,
unsere Augen zu öffnen und zu erkennen, dass wir schon bei ihm sind.

Thomas Merton 


Donnerstag, 10. Januar 2019

Die große Macht des Gebets


Das Gebet hat große Macht, das ein Mensch verrichtet mit seiner ganzen Kraft. Es macht ein bitteres Herz süß, ein trauriges Herz froh, ein armes Herz reich, ein törichtes Herz weise, ein zaghaftes Herz kühn, ein schwaches Herz stark, ein blindes Herz sehend, eine kalte Seele brennend. Es zieht den großen Gott in ein kleines Herz, es treibt die hungrige Seele hinauf zu dem Gott der Fülle.

   

Mechthild von Magdeburg

Donnerstag, 28. Februar 2013

Das Gebet ist der Verkehr der Seele mit Gott


" Das Gebet ist die höchste Leistung, deren der Menschengeist fähig ist. Aber es ist nicht allein menschliche Leistung: wo die Seele nicht mehr mit ihren Kräften tätig ist, sondern nur noch ein Gefäß, das die Gnade in sich empfängt, spricht man von mystischem Gebetsleben." 

"Das Gebet ist der Verkehr der Seele mit Gott: Gott ist Liebe, und Liebe ist sich selbst verschenkende Güte..." 

"Die Hingabe kennzeichnet das Eigentliche des Gebetes. Im Gebet vollzieht sich die liebende Hingabe des Menschen an Gott und das Sich-Verschenken Gottes an den Menschen... Die schrankenlose, liebende Hingabe an Gott und die göttliche Gegengabe - das ist die höchste Stufe des Gebetes.“ 


"Auf den Stufen der Leiter steigt die Seele zu Gott empor, das heißt zur Vereinigung mit ihm. Je höher sie zu Gott aufsteigt, umso tiefer steigt sie in sich selbst hinab; die Vereinigung vollzieht sich im Innersten der Seele, im tiefsten Seelengrund."


Edith Stein 

Zitiert in "Edith Stein (1891-1942), eine große Gestalt der Kirche" Vortrag von Univ-Prof.Dr Joseph Schumacher, Freiburg i.Br.

Freitag, 14. Dezember 2012

In mir ist es finster, aber bei dir ist Licht


In mir ist es finster, aber bei dir ist Licht
ich bin einsam, aber du verläßt mich nicht
ich bin kleinmütig, aber bei dir ist die Hilfe
ich bin unruhig, aber bei dir ist Frieden
in mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist Geduld
ich verstehe deine Wege nicht, aber du weißt
den rechten Weg für mich.


Dietrich Bonhoeffer

Donnerstag, 27. September 2012

Das kräftigste Gebet geht aus einem ledigen Gemüt hervor

Das kräftigste Gebet und das wohl allermächtigste, alle Dinge zu erlangen, auch das allerwürdigste Werk von allen Dingen ist jenes, das aus einem ledigen Gemüt hervorgeht. Je lediger es ist, desto kräftiger, würdiger, inniger, löblicher und vollkommener sind das Gebet und das Werk. Das ledige Gemüt vermag alle Dinge.
Doch was ist ein lediges Gemüt?
Das ist ein lediges Gemüt, das durch nichts belastet oder beirrt ist, auch an nichts gebunden ist, das in keinerlei Weise das Seine im Sinne hat, vielmehr ein solches Gemüt, das in den liebsten Willen Gottes eingesenkt ist und sich des Seinen entäußert hat. Nie mag der Mensch ein noch so geringes Werk wirken, das nicht hieraus - eben aus einem ledigen Gemüt heraus - seine Kraft und sein Vermögen schöpft.
So kraftvoll soll man beten, dass man begehrte, alle Glieder und Kräfte seien dem zugekehrt: Augen und Ohren, Herz. Mund und alle Sinne. Und nicht soll man aufhören, man empfinde denn, dass man sich mit dem vereinen will, den man gegenwärtig hat und den man anbetet, das ist: Gott.

Meister Eckhart

Mittwoch, 12. September 2012

Geh in dein Kämmerlein und bete ...

"Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, damit sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein (in das Taméion) und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten."

Jesus

Matthäus,6,5-6 


Das Kämmerlein, von dem hier die Rede ist, heißt auf Griechisch Taméion und bezeichnet die Vorratskammer, den innersten Raum des Hauses, das einzige Zimmer, das man in dem palästinischen  Haus zu verschließen pflegte, damit niemand sonst hinein durfte.
Also ein verborgener Ort, wo man nach den Worten Jesu allein verweilen soll, nachdem man die Tür geschlossen hat, und im Verborgenen,  in einem intimen Gespräch zu dem Vater beten, der im Verborgenen ist und in das Verborgene sieht. 
Man denke  dabei aber nicht so sehr an einen bestimmten Raum, wo man in aller Ruhe  und Stille beten kann, sondern an einen Raum im Herzen, an einen verborgenen Raum in der "inneren Burg", wo die göttliche Ruhe herrscht. Die Worte Jesu sind in diesem Sinn also eine Aufforderung, sich nach innen zu wenden und in jenen verborgenen Ort des Herzens zu gelangen, wo die Seele schon und immer in enger, ewiger Verbundenheit  mit Gott ist. 

Taméion könnte ebenso jenen Ort in der Seele (das oberste Gesicht der Seele) bezeichnen, von dem Meister Eckhart sagt, dass "darin etwas verborgen liege wie ein Ursprung alles Guten und wie ein leuchtendes Licht, das allezeit leuchtet, und wie ein brennender Brand, der allezeit brennt" [Link]oder jene Kraft in der Seele, wo Gott grünt und blüht [Link].
Aber auch denke ich dabei an den "kleinen leeren Raum im Herzen, der so groß ist wie das ganze Universum ... die wahre Burg des Alls" der Chandogya-Upanishad [Link].


Dienstag, 11. September 2012

Inneres Beten ist ein Verweilen bei einem Freund


Inneres Beten ist  nichts anderes, als das Verweilen bei einem Freund, mit dem wir oft und gern allein zusammenkommen, einfach um bei ihm zu sein, weil wir sicher wissen, dass er uns liebt.


Theresa von Avila

(Das Buch meines Lebens, 8,5) 

Freitag, 7. September 2012

Die verwandelnde Kraft des Gebets



Das Gebet macht 
ein bitteres Herz süß, 
ein trauriges Herz froh, 
ein armes Herz reich, 
ein törichtes Herz weise, 
ein zaghaftes Herz kühn, 
ein schwaches Herz stark, 
ein blindes Herz sehend. 
Es zieht den großen Gott in ein kleines Herz. 
Es treibt die hungrige Seele hinauf zu dem Gott der Fülle.


Mechthild von Magdeburg



Donnerstag, 23. August 2012

Beten heißt Hören.


    



Als mein Gebet immer andächtiger und innerlicher wurde,
da hatte ich immer weniger und weniger zu sagen.
Zuletzt wurde ich ganz still.

Ich wurde, 
was womöglich noch ein größerer Gegensatz zum Reden ist, 
ich wurde ein Hörer.

Ich meinte erst, Beten sei Reden.
Ich lernte aber, dass Beten nicht bloß Schweigen ist,
sondern Hören.

So ist es:
Beten heißt nicht sich selbst reden hören,
beten heißt still werden und still sein und warten,
bis der Betende Gott hört.


Søren Kierkegaard


Foto @ bobby fischer / photocase,com

Samstag, 24. März 2012

Mögen alle Wesen...

Mögen alle Wesen Glück erfahren und die Ursache von Glück;
Mögen alle frei sein von Leid und den Ursachen von Leid;
Mögen alle niemals getrennt sein vom höchsten Glück, das frei ist von Leid;
Mögen alle in Gleichmut leben, 
ohne allzu viel Anhaften und allzu viel Abneigung,
und mögen sie leben im Wissen um die Gleichheit von allem, was lebt.


Aus: Das Tibetische Buch vom Leben und vom Sterben von Sogyal Rinpoche