Dienstag, 15. Mai 2012

Ein Ausdruck reiner Liebe






Im Laufe der Zeit verwischen sich die steifen Umrisse, welche die Dinge scheinbar voneinander trennen, und wir erkennen, dass das Ein- und Ausatmen  des Universums  und  der Liebesgedanke  aus der Ferne, das wortlose zitternde Gebet der Seele vor dem Göttlichen und das leuchtende Antlitz der/des Geliebten, die Ekstase und das Mitgefühl mit allen Geschöpfen u.a. ebenbürtige Masken des Großen Geheimnisses sind, und dass jeder von ihnen einen in sich vollkommenen Ausdruck reiner Liebe darstellt.



Nel corso del tempo sfumano i rigidi contorni che separano in apparenza le cose le une dalle altre e riconosciamo che il respiro dell'universo e il pensiero d'amore che viene da lontano, la silente tremante preghiera dell'anima dinanzi al divino e lo splendente volto dell'amato/amata, l'estasi e la compassione con tutte le creature sono equivalenti maschere del Grande Segreto, e che ognuna di esse rappresenta un'espressione in sé perfetta di puro Amore.


Andreas gewidmet/2003

Fragmenta
Juli2003


Foto: Am Rande der Welt © MMchen / photocase.com

Samstag, 12. Mai 2012

Die Liebe allein offenbart die Wahrheit der LIebe



Der Verstand ist unfähig zum Ausdruck der Liebe. 
Die Liebe allein ist imstande, die Wahrheit der Liebe zu offenbaren 
und was es ist, ein Liebender zu sein.


Die Geschichte der Liebe
musst du von der Liebe selbst hören.
Denn wie ein Spiegel ist sie stumm und sprechend zugleich.


Rumi (Dschalal-ad-Din ar-Rumi)

Ohne innere Liebe ist alles äußere Tun nichts nütze


Ohne innere Liebe ist alles äußere Tun nichts nütze. Was aber aus Liebe geschieht, das ist groß, das bringt reiche Frucht, so gering und ungeachtet es im Auge des Menschen immer sein mag. Denn auf der Waage Gottes wiegt das, was dich zum Tun treibt, ungleich mehr als die Tat selber.

Thomas von Kempen

Mittwoch, 9. Mai 2012

Suche dich in Mir, und Mich such' nirgends als in dir!


O Seele, suche dich in Mir,
und Mich such' nirgends als in Dir!

Die Liebe hat so wunderbar
O Seel' in mir dich abgebildet,
Dass selbst der beste Maler nicht
Ein solches Bild mit so viel Kunst
Zu schaffen je im Stande wäre.

Durch Liebe wurdest du geschaffen
Voll Huld und Schönheit, und so bist
In meinem Herzen du gemalt;
Verlierst du dich, du vielgeliebte
Seele, so suche dich in Mir!

Ich weiß, dass du dich finden wirst
In meinem Herzen abgebildet,
So nach dem Leben treu getroffen,
Dass dich der Anblick hoch erfreut,
Wenn du schön gemalt dich findest.

Und solltest du vielleicht nicht wissen,
Wo mich du etwa finden kannst,
So laufe nicht lang hin und her;
Nein, wenn du mich zu finden trachtest,
So such' Mich nirgends, als in dir.

Denn du bist selbst ein Brautgemach,
Du bist mein Haus und meine Kammer;
D'rum ruf' ich laut zu jeder Zeit,
Wenn ich in deinem Sinn und Geiste
Die Pforte mir verschlossen finde. 

Du brauchst nicht draußen mich zu suchen,
Denn mich zu finden allezeit,
Bedarf es nichts, als mich zu rufen,
Und eilig werd' ich zu dir kommen;
D'rum such' Mich nirgends, als in dir!

Theresa von Avila 
      in der Übersetzung von Dr. Magnus Jocham [1808-1893]


Originaltext:


Alma, buscarte has en Mí,
y a Mí buscarme has en ti.

De tal suerte pudo amor,
alma, en mí te retratar,
que ningún sabio pintor
supiera con tal primor
tal imagen estampar.

Fuiste por amor criada
hermosa, bella, y así
en mis entrañas pintada,
si te perdieres, mi amada,
Alma, buscarte has en Mí.

Que yo sé que te hallarás
en mi pecho retratada,
y tan al vivo sacada,
que si te ves te holgarás,
viéndote tan bien pintada.

Y si acaso no supieres
dónde me hallarás a Mí,
No andes de aquí para allí,
sino, si hallarme quisieres,
a Mí buscarme has en ti.

Porque tú eres mi aposento,
eres mi casa y morada,
y así llamo en cualquier tiempo,
si hallo en tu pensamiento
estar la puerta cerrada.

Fuera de ti no hay buscarme,
porque para hallarme a Mí,
bastará sólo llamarme,
que a ti iré sin tardarme
y a Mí buscarme has en ti.

Santa Teresa de Avila



Quelle: http://www.ciudadseva.com/textos/poesia/esp/avila/alma.htm




Dienstag, 8. Mai 2012

Komm, du Glanz der göttlichen Herrlichkeit!


Komm, du Glanz der göttlichen Herrlichkeit!
Komm, Gottes Kraft und Gottes Weisheit;
wandle unsere Nacht zum Tag,
schütze uns vor Gefahr,
erleuchte die Blindheit,
stärke den Mut in uns,
führe uns treu an deiner Hand
und leite uns deinem Willen gemäß
auf dieser irdischen Pilgerschaft,
bis du zuletzt uns aufnimmst in die ewige Stadt,
die du selbst gegründet und aufgebaut hast.


Bernhard von Clairvaux


Oh immer währendes Licht...


Oh immer währendes Licht, das du bei weitem alles Erschaffene übertriffst, sende die Strahlen Deines Glanzes von oben herab, und reinige, erfreue und erleuchte in mir alle inwendigen Ecken meines Herzens.

Thomas von Kempen

Montag, 7. Mai 2012

Ob im Finstern, ob im Licht


Wenn Du willst, dass Finsternis um mich her werde, 
so preis' ich Dich im Finstern, 
und wenn Du willst, dass Licht um mich her werde, 
so preis' ich Dich im Licht.

Thomas von Kempen

Samstag, 5. Mai 2012

Erscheine mir, Herr

Erscheine mir, Herr, 
denn alles ist schwer,
wenn der Geschmack an Gott 
verloren geht.
Ich komme zu Dir, 
nach der Art des Baumes,
der sich entwickelt, 
wie es den Kraftlinien
eines Samenkornes  entspricht.
Herr, alt bin ich nun und
spüre die Schwäche der Bäume, 
wenn der Winter stürmt.
Herr, ich komme zu dir, 
denn ich habe  in Deinem Namen 
den Acker bestellt.
Dein ist die Saat.
Ich habe die Kerze geformt,
an Dir ist es,
sie anzuzünden.
Ich habe diesen Tempel gebaut,
an Dir ist es,
sein Schweigen zu bewohnen.


Antoine de Saint-Exupéry


Freitag, 4. Mai 2012

Alle Verliebten sind in Gott

Um die Menschen zu trösten, ist Jesus auf die Welt gekommen;
als Emanation Gottes hatte er verstanden, dass der Mensch, 
göttliches Meisterwerk, so begrenzt, so kahl, so nackt war, 
dass er eine Bestätigung brauchte.
Der Mensch hatte Angst vor der Kälte, vor dem Hunger, vor der Stille,
vor dem Hass der Mitmenschen. 
Der Mensch hatte Angst vor seinen Änderungen; 
der Mensch hatte Angst sogar vor der Liebe. 
Irgendwann hob Gott den riesigen Deckel des großen siedenden
Kessels hoch, der die Liebe ist und ließ sehen, dass innen in der Liebe 
englische Dämpfe und  viele Engel waren, die daraus  hinausgehen 
konnten, aber drinnen war auch Blut.
Jesus hat das verstanden, hat gezeigt, dass er keine Angst vor dem 
Liebesblut hatte, ließ es aus seinen Wunden fließen, 
und hat das allen gezeigt.
Ich weiß nicht, was die Blutvariation ist, und kenne nicht die rote 
Farbe des Martyriums, aber denke, dass alle Verliebten Märtyrer sind, 
dass alle Verliebten in Christo sind,  dass alle Verliebten in Gott sind.

Alda Merini (1931-2009)
aus "Corpo di amore", Frassinelli ed, 2001

"Jedes schöne Ding wird in den Händen der Menschen vergänglich, jedes schöne Ding, von Gott geküsst, wird zu einer roten Rose voll Blut" 

Ich  lese schweigsam und dankbar deine Worte, liebe Alda, die du im Leben das Martyrium kennen gelernt hast, und doch gegen Ende deines Lebens hast schreiben können: "Schöner als die Poesie war mein Leben". 
Als  Verliebte in Jesus hast du  Ihn um eine Träne als Geschenk gebeten, denn " die Quellen der Liebe sind die Tränen".
" So wird man ewig: indem man das eigene Fleisch aus Elend anzieht und für sich die Erkenntnis der Liebe hält, die nur den Heiligen und den Propheten gegeben wird". 


Zitate aus "Corpo d'amore" 

Donnerstag, 3. Mai 2012

Eines Tages wirst du sehen...


Lampen brennen in jedem Haus, Blinder! Und du kannst sie nicht sehen.
Eines Tages werden deine Augen plötzlich geöffnet und du wirst sehen;
Und die Fesseln des Todes werden sich von Dir lösen.
Es gibt nichts zu sagen oder zu hören, es gibt nichts zu tun
Es ist Er, der lebt, doch tot, der niemals wieder sterben wird.
Weil er in der Abgeschiedenheit lebt, sagt der Yogi, dass er in der Ferne wohnt.
Dein Herr ist nahe: noch kletterst du  auf den Palmenbaum um Ihn zu sehen.
Der Brahmanen Priester geht von Haus zu Haus und gibt den Leuten Einweihungen in den Glauben.
Mitnichten! Der wahre Brunnen des Lebens ist neben dir, 
und du hast dir einen Stein aufgestellt, den du  verehrst.
Kabîr sagt: "Ich könnte niemals ausdrücken, wie köstlich mein Herr ist.
Yoga und den Rosenkranz beten, Tugend und Laster:
sie bedeuten Ihm nichts."


Kabir


Quelle:  http://doormann.tripod.com/kabirlieder.htm

Montag, 30. April 2012

Jenseits der äußeren Formen


Wer sich darauf beschränkt, den Garten zu bewundern, 
dem bleibt das Gesicht des Gärtners vorenthalten

Rumi (Dschalal-ad-Din ar-Rumi)

Freitag, 27. April 2012

Die Liebe ist das Gesetz des Universums



Die Liebe ist das einzige Gesetz, das das Weltall regiert. Sie ist das Gesetz, das die Sonne und die Sterne bewegt, wie Dante sagt, weil sie das Gesetz der Kohäsion ist, das alle Dinge zusammenfügt. Die Materie, aus der das Universum gemacht ist, ist die Liebe.


Das Gesetz der Liebe ist das einzige physische und biologische Gesetz des Universums und auch das einzige moralische Gesetz. ("Ein neues Gebot gebe ich euch: dass ihr euren Nächsten liebet, wie ich euch geliebt habe")... 


Das ganze Weltall wartet auf seine Wiedervereinigung mit Gott, aus dem es hervorging. Fern von Gott sind alle Dinge wie zerstreut und suchen deshalb die Vereinigung mit anderen Dingen. 


Die Dinge haben ihre reale Existenz in Gott. Alles Geschaffene hat diese Existenz in Gott. Was wir als Wirklichkeit empfinden, ist wie der Schatten der Dinge, die in Gott sind. Unsere Realität ist so irreal in Vergleich mit der anderen, wirklichen, wie ein Farbfoto irreal im Vergleich mit der Wirklichkeit ist. 


Ernesto Cardenal 
aus Das Buch von der LiebePeter Hammer Verlag S. 87/89

Die Liebe ist der Weg zu ihr selbst


„Die Liebe ist eine wunderbare Tugend. Sie ist Mittel und Zweck in einem, Bewegung und Ziel, der Weg, der zu ihr selbst führt. Was muss man also tun, um zu lieben? Dazu bedarf es keiner anderen Kunstgriffe, als einfach zu lieben; so wie man Laute spielen lernt, indem man Laute spielt, und tanzen lernt, indem man tanzt.“

Franz von Sales


Montag, 23. April 2012

Augenblick der Liebe

Was ist alles, was in Jahrtausenden die Menschen taten und dachten, gegen Einen Augenblick der Liebe? Es ist aber auch das Gelungenste, Göttlichschönste in der Natur! Dahin führen alle Stufen auf der Schwelle des Lebens. Daher kommen wir, dahin gehn wir.




Friedrich Hölderlin
aus HYPERION