Meister Eckhart sprach, dass wir in dem Wesen der Seele Gott sehen und er- kennen können. Denn je näher ein Mensch in diesem Leben mit seiner Erkenntnis dem Wesen der Seele kommt, umso näher ist er der Erkenntnis Gottes. Und das geschieht allein dadurch, dass wir die Kreatur ablegen und aus uns selbst herausgehen. Du sollst wissen, obschon ich die Kreatur in Gott liebe, so kann ich doch Gott niemals in der Kreatur so rein lieben wie in mir. Du sollst aus dir selbst gehen und dann wieder in dich selbst: Da liegt und wohnt die Wahrheit, die niemand findet, der sie in äußeren Dingen sucht. Als Maria Magdalena sich aller Kreatur entschlug und in ihr Herz hineinging, da fand sie unsern Herrn. Gott ist rein und klar: Darum kann ich Gott nirgends finden als in einem Reinen. Das Innerste meiner Seele aber ist klarer und reiner als jede Kreatur; darum finde ich Gott am allersichersten in meinem Innersten.
"Gott ist Licht wegen seiner Helligkeit, Friede wegen seiner Ruhe, eine Quelle wegen seiner überfließenden Fülle und der Ewigkeit."( Bernhard von Clairvaux)
"Denn bei Dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Licht sehen wir das Licht"
( Psalm 36,10)
"Suche den Klang, der nie vergeht.
Suche die Sonne, die niemals untergeht.“ (Rumi)
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Montag, 25. Februar 2013
Sonntag, 10. Februar 2013
Er ist nirgends sonst zu finden als im Herzen
Ich versuchte, ihn zu finden am Kreuz der Christen, aber er war nicht dort.
Ich ging zu den Tempeln der Hindus und zu den alten Pagoden, aber ich konnte nirgendwo eine Spur von ihm finden. Ich suchte ihn in den Bergen und Tälern, aber weder in der Höhe noch in der Tiefe sah ich mich imstande, ihn zu finden. Ich ging zur Kaaba in Mekka, aber dort war er auch nicht. Ich befragte die Gelehrten und Philosophen, aber er war jenseits ihres Verstehens.
Ich prüfte mein Herz, und dort verweilte er, als ich ihn sah.
Er ist nirgends sonst zu finden.
Dschalâl- ad-Dîn ar-Rumî
Freitag, 7. September 2012
In Sanftmut wohnt Gott
Besänftige dein Herz: Gott ist in starken Winden,
In Erdbewegungen und Feuer nicht zu finden.
Angelus Silesius
(Cherubinischer Wandersmann - III,142)
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Sonntag, 22. Juli 2012
Der gute Wille verliert oder vermisst Gott nie
Auch sollst du wissen, dass der gute Wille Gott nicht verlieren kann. Zwar vermisst ihn die Wahrnehmungskraft des Gemüts bisweilen und meint oft, Gott sei fortgegangen.
Was sollst du dann tun? - Im Grunde eben dasselbe, wie wenn du im Zustand des größten Getröstetseins wärst. Dasselbe lerne tun, wenn du im tiefsten Leiden bist. Und verhalte dich in gleicher Weise, wie du dich da verhieltest
Es gibt keinen gleich guten Rat, Gott zu finden, als ihn dort zu finden, wo man Gott verlässt. Und wie dir war, als du ihn zuletzt hattest, ebenso tue nun auch, da du ihn vermisst; dann findest du ihn. Der gute Wille, der verliert oder vermisst Gott nie und nimmer.
Meister Eckhart
aus Vom Adel der menschlichen Seele, Anaconda Verlag, S. 52
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Meister Eckhart
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