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Sonntag, 16. Juni 2013

Im Meer kann man kein Tröpflein unterscheiden.





Wenn du das Tröpflein wirst im großen Meere nennen,
Denn wirst du meine Seel' im großen Gott erkennen.

Angelus Silesius



(Cherubinischer Wandersmann 6,172)

Foto: Quelle nicht erinnerlich



Sonntag, 12. Mai 2013

Glühend vor Liebe kehre ich zu deinem Quell zurück


O Wahrheit, du Licht meines Herzens, lass meine Finsternis nicht zu mir reden! Ich habe mich ins Irdische verloren und bin zur Dunkelheit geworden; aber selbst aus ihr, selbst von da aus habe ich Liebe zu dir gefasst. Ich geriet in die Irre und habe mich deiner wieder erinnert. Ich vernahm deine Stimme hinter mir, die mich einlud, doch zurückzukehren, aber kaum vermochte ich sie wegen des Lärmens der Friedlosen zuhören. Und nun siehe, kehrich glühend vor Hitze und atemlos zu deinem Quell zurück. Niemand soll mir es wehren; aus ihm will ich trinken, durch ihn mein Leben gewinnen. Nicht ich selbst will mein Leben sein; böse habe ich gelebt aus mir und bin mir selbst zum Tode geworden. Nun aber lebe ich in dir auf. Sprich du zu mir, rede du zu mir. Geglaubt habe ich deinen Schriften; aber ihre Worte sind gar geheimnisvoll.


Augustinus von Hippo

(Bekenntnisse, XII,10)

Quelle

Samstag, 26. Januar 2013

Lass mich Dich nur sehen und finden!





Luft, die alles füllet, drin wir immer schweben, 
Aller Dinge Grund und Leben. 
Meer ohn’ Grund und Ende, Wunder aller Wunder, 
Ich senk mich in dich hinunter. 
Ich in dir, Du in mir, 
Lass mich ganz verschwinden, 
Dich nur sehn und finden!



Gerhard Tersteegen

Verse aus dem Lied „Gott ist gegenwärtig“ 


Foto: ghiaccio appena fuso  © Patano

Montag, 3. Dezember 2012

Wer liebt, der läuft



Wer liebt, der läuft. Je inniger er liebt, desto freudiger läuft er. 
Je weniger er liebt, desto lässiger bewegt er sich vorwärts auf dem Wege. Wenn er überhaupt nicht liebt, steht er still auf dem Wege. 
Wenn er gar nach der Welt sich sehnt, schaut er rückwärts vom Wege und wendet sein Antlitz ab von der Heimat.


Augustinus von Hippo


Zitiert in: P. Bernward Deneke, "Liebe, und dann tue was du willst"

Sonntag, 15. Juli 2012

Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt

In kurzem werdet ihr mich nicht mehr sehen, und wiederum in kurzem werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche seiner Jünger zueinander: Was bedeutet das, dass er sagt: In kurzem werdet ihr mich nicht mehr sehen, und wiederum in kurzem werdet ihr mich sehen, und: Ich gehe zum Vater? Sie fragten nämlich: Was bedeutet das, dass er sagt: In kurzem? Wir wissen nicht, was er redet! Jesus merkte, dass sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Ihr befraget einander darüber, dass ich gesagt habe: In kurzem sehet ihr mich nicht mehr, und wiederum in kurzem werdet ihr mich sehen? 

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ihr werdet weinen und wehklagen, aber die Welt wird sich freuen, ihr aber werdet trauern; doch eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden. Wenn eine Frau gebiert, so hat sie Traurigkeit, weil ihre Stunde gekommen ist; wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, dass ein Mensch zur Welt geboren ist. So habt auch ihr nun Traurigkeit; ich werde euch aber wiedersehen, und dann wird euer Herz sich freuen, und niemand wird eure Freude von euch nehmen. Und an jenem Tage werdet ihr mich gar nichts fragen.

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, was irgend ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, er wird es euch geben! Bis jetzt habt ihr gar nichts in meinem Namen gebeten; bittet, so werdet ihr nehmen, auf daß eure Freude völlig werde! Solches habe ich euch in Gleichnissen gesagt; es kommt aber die Stunde, da ich nicht mehr in Gleichnissen zu euch reden, sondern euch offen vom Vater Kunde geben werde. An jenem Tage werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage euch nicht, dass ich den Vater für euch bitten wolle; denn der Vater selbst hat euch lieb, weil ihr mich liebet und glaubet, dass ich von Gott ausgegangen bin.
Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater. Da sagen seine Jünger: Siehe, jetzt redest du offen und brauchst kein Gleichnis! Jetzt wissen wir, dass du alles weißt und nicht nötig hast, dass dich jemand frage; darum glauben wir, dass du von Gott ausgegangen bist!  Jesus antwortete ihnen: Jetzt glaubet ihr? Siehe, es kommt die Stunde, und sie ist schon da, wo ihr euch zerstreuen werdet, ein jeglicher in das Seine, und mich allein lasset; aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir. Solches habe ich zu euch geredet, auf dass ihr in mir Frieden habet. In der Welt habt ihr Trübsal; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!
Johannes, 16. Kapitel Vers 16-33 – Schlachter Bibel 1951

Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt. 
(1.Johannes 5,4). 

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Donnerstag, 5. Juli 2012

Der Himmel ist in dir



Halt an, wo läufst du hin? 
der Himmel ist in dir;
Suchst du Gott anderswo,
du fehlst ihn für und für.


Angelus Silesius

(Aus dem Cherubinischen Wandersmann)

Montag, 2. Juli 2012

Was zu Gott kommt, das wird verwandelt

Was immer zu Gott kommt,
das wird verwandelt;
so geringwertig es auch sei,
wenn wir es zu Gott bringen,
so entfällt es sich selbst.


Meister Eckhart


Quelle : Meister Eckart, Vom Adel der menschlichen Seele, Anaconda Verlag, S.28