Samstag, 9. Januar 2016

Die Welt ist durch unsichtbare Knoten verbunden // 2



     Liebe... ist nicht einfach ein Gefühl, das ich mit anderen Menschen teile, es ist viel fundamentaler: Es ist die erkennbare Tatsache, dass alles, was ist, dadurch ist, dass es mit anderem zusammenhängt. 
Meinen Studenten gegenüber drücke ich es gern sehr einfach aus. 

      Sehen Sie, wenn Sie im Wald Pilze vor sich sehen, erscheint es Ihnen so, dass der eine wunderbar gewachsen und noch frisch ist, der andere alt und angefressen und der dritte ist vielleicht bereits verschimmelt. Wenn Sie nun sagen: dieser Pilz hier und jener dort, so ist das ein Irrtum. Es ist sowohl sprachlich als auch von der Wahrnehmung her völlig falsch. Denn der eigentliche Pilz befindet sich unter der Erde und stellt ein Geflecht, ein Myzel  dar. Für unser Auge sichtbar sind jedoch nur die einzelnen Fruchtkörper. Genau so sieht unsere Wirklichkeit aus: Wir sehen nur die Oberfläche, die einzelnen Objekte, und das bezeichnen wir als "Wirklichkeit". Tatsächlich aber liegt hinter der Oberfläche ein Netz von Relationen, die wir erschließen und teilweise mathematisch zu beschreiben lernen. Demnach ist alles miteinander vernetzt, und das ist die Struktur der Liebe. Jede meiner Äußerungen, jede Handlung wirkt nicht nur nach außen und erzeugt bei Ihnen eine Reaktion, sondern wirkt nach innen und formt mich und meinen Charakter. Dieses Zusammenhängen aller Dinge und das Bewusstsein dafür, dass alles, was ich tue, ein Beitrag zu dieser Verbindung und Ordnung in der Welt ist - das ist achtsame Liebe.


Michael von Brück


Aus einem Interview von Sonja Panthöfer mit Michael von Brück

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Der Titel ist ein Spruch von  A. Kircher (1602-1680)

Die Welt ist durch unsichtbare Knoten verbunden // 1


Alles ist mit allem verbunden bis zu untersten Ende aller Ringe der Kette, und das wahre Wesen Gottes  ist gleicherweise oben und unten, in den Himmeln und auf Erden, und nichts existiert außer ihm.


Aus dem Zohar


Der Titel ist ein Spruch von  A. Kircher (1602-1680)


Donnerstag, 7. Januar 2016

Wer das Eine nicht kennt, dem fehlt alles


Jesus sprach: 
Wer die ganze Welt kennt, doch das Eine nicht, dem fehlt alles.

Aus dem  Evangelium nach Thomas (47)

Das Weib im Sonnenschein



Was sinnest Du so tief?
Das Weib im Sonnenschein,
Das auf dem Monde steht,
Muss deine Seele sein.


Angelus Silesius

(Cherubinischer Wandersmann II, 9)



Unbegrenzte menschliche Natur


Der Bereich der menschlichen Natur umfasst in 
seiner menschlichen Möglichkeit
Gott und das Weltall


Nikolaus von Kues
 (aus De coniecturis, ca 1443)


Das Himmelreich unter den Menschen suchen


Wenn du vom Himmelreich hörst, 
dann sollst du nicht hinauf zum Himmel gaffen, 
sondern hier unten bleiben 
und das Himmelreich unter den Menschen suchen.

Martin Luther

Das hält Gott für die bereit, die ihn lieben


Es ist vielmehr das eingetreten, 
was schon in der Heiligen Schrift vorausgesagt ist:

»Was kein Auge jemals sah,
was kein Ohr jemals hörte
und was sich kein Mensch vorstellen kann,
das hält Gott für die bereit, die ihn lieben.«


Paulus von Tarsus

1. Korinther 2,9

Sonntag, 17. August 2014

Innerer Reichtum


 „Die Liebe sucht aber nicht das Ihre!“ (1 Kor 13,5) 
Und weißt du warum? Weil es ihr nicht fehlt! Die Liebe hat immer das Ihre, sie hat es sogar im Überfluss. Sie bewahrt für sich so viel auf, wie in sie hineingeht, damit bei ihr keiner leer ausgeht!
Du aber, lieber Bruder, liebe Schwester –Ist dein Heil bereit gefestigt, oder ist deine Liebe noch schwach? Bist du anfällig für Lobesbezeichnungen? Lässt du dich leicht von Traurigkeit verwirren, von Angst lähmen, von Ehrgeiz antreiben, von Sorgen quälen? Lässt du dich von der Ehre aufblähen und von Neid verzehren?
Dann sei nicht so verblendet, dass du Fremdes heilen möchtest! Werde erst einmal voll, dann kannst du aus deiner Fülle weitergeben!

Bernhard von Clairvaux

Erweise dich als Schale und nicht als Kanal!


Wenn du vernünftig bist, erweise dich als Schale und nicht als Kanal, der fast gleichzeitig empfängt und weitergibt, während jene wartet, bis sie gefüllt ist. Auf diese Weise gibt sie das, was bei ihr überfließt, ohne eigenen Schaden weiter. Lerne auch du, nur aus der Fülle auszugießen, und habe nicht den Wunsch, freigiebiger zu sein als Gott. Die Schale ahmt die Quelle nach. Erst wenn sie mit Wasser gesättigt ist, strömt sie zum Fluss, wird sie zur See. Du tue das Gleiche! Zuerst anfüllen und dann ausgießen. Die gütige und kluge Liebe ist gewohnt überzuströmen, nicht auszuströmen. Ich möchte nicht reich werden, wenn du dabei leer wirst. Wenn du nämlich mit dir selber schlecht umgehst, wem bist du dann gut? Wenn du kannst, hilf mir aus deiner Fülle; wenn nicht, schone dich.

Bernhard von Clairvaux

Die Liebe macht nicht nur alle gleich. sondern auch alle eins


Die Liebe blickt zu niemandem bewundernd hinauf, sie schaut auch 
auf niemanden verächtlich hinab. Sie betrachtet alle als gleich, die einander vollkommen lieben. Sie gleicht durch sich selbst hoch und niedrig aus. Sie macht nicht nur alle gleich, sondern sie macht auch alle eins.

Bernhard von Clairvaux



Das Gefühl des Geheimnisvollen






Das Schönste und Tiefste, was der Mensch erleben kann,
ist das Gefühl des Geheimnisvollen.

Albert Einstein

Das Geheimnis der Welt






Das Geheimnis der Welt liegt überall dort,
wo es uns gelingt, das Universum transparent zu sehen.

Teilhard de Chardin


Foto: Tauperlen  © s11 /photocase.de

Freitag, 20. Juni 2014

Sucht auch ihr den Schatz, der nicht aufhört und dauert!


Jesus sprach: 
Das Königreich des Vaters ist gleich einem Kaufmann, der Ware hatte und der eine Perle fand. Dieser Kaufmann war weise. Er verkaufte die Ware, er kaufte die Perle allein. Sucht auch ihr den Schatz, der nicht aufhört und dauert, dort, wo die Motte nicht hinkommt, um zu fressen, und wo auch kein Wurm zerstört.

Aus dem Evangelium nach Thomas (76)

Montag, 16. Juni 2014

In dem Fünklein der Seele über Zeit und Raum


Wenn sich der Mensch von sich selbst und von allen geschaffenen Dingen abkehrt, so weit du das tust, so weit wirst du geeint und beseeligt in dem Fünklein der Seele, das nie Zeit oder Raum berührt hat.
Meister Eckhart