Donnerstag, 22. März 2012

Du großes Geheimnis

Du großes Geheimnis,
dessen Stimme ich in den Winden vernehme,
dessen Atem der Welt Leben gibt,
höre mich!

Ich komme zu dir als eines deiner Kinder.
Ich bin klein und schwach.
Ich bedarf deiner Kraft und deiner Weisheit.
Lass mich in Schönheit leben
und gib, dass meine Augen immer
den purpurnen Sonnenuntergang schauen
und meine Hände alle die Geschöpfe ehren,
die du gemacht hast.

Schenke mir Weisheit, dass ich die Lehren,
die du in jeden Baum und jeden Felsen,
jede Pflanze und jedes Tier gelegt hast, erkenne.

Mache mich stark,
nicht, damit ich stärker bin als meine Brüder,
sondern damit ich den Kampf in mir selbst bestehe.

Mache mich fähig, dir in die Augen zu schauen
und mit reinen Händen vor dir zu stehen,
so dass, wenn das Leben endet,
wie der Sonnenuntergang verlischt,
wie der fahle Mond vergeht
und das Rascheln des Windes verklingt,
meine Seele frei und vertrauend zu dir kommt.

Von den Sioux überliefert  

Wachse in mir, in meinem Geist...


Wachse, Jesus, wachse in mir,
in meinem Geist, in meinem Herzen,
in meiner Vorstellung, in meinen Sinnen.
Wachse in mir in deiner Milde,
in deiner Reinheit, deiner Demut,
deinem Eifer, deiner Liebe.
Wachse in mir mit deiner Gnade,
deinem Licht und deinem Frieden.
Wachse in mir zur Verherrlichung unseres* Vaters,
zur grösseren Ehre Gottes.


 Pierre Olivaint 

*original: deines 


Foto @ Xenia Illapo

Gebet

"Vom Schein lass mich gelangen zum Sein,
Von der Finsternis lass mich gelangen zum Licht,
Vom Tod lass mich gelangen zum Leben!"


Gebet aus der Brhadaranyaka-Upanisad

Freitag, 9. März 2012

liebe Leser

Liebe Leser und Freunde,
ich werde ca. 15 Tage weg sein.
Vergesst bitte inzwischen diese kleine Internetseite nicht!
   Bis bald
        in Liebe  ilda

DANKE !

Ich habe der Liebhaber viele...

Der Freund sagte: Mein Geliebter 
denke doch nicht, daß ich
irgend wohin gegangen,
um irgend einen andern Geliebten zu suchen;
denn es hat die Liebe mich dermaßen 
vereinfältigt, daß mir nicht möglich fällt,
einen Zweiten zu lieben.
Der Geliebte erwiderte:
Es denke mein Freund doch nicht,
daß ich nur sein Geliebter sei
und keines andern. Mitnichten!
Ich habe der Liebhaber viele, von welchen
ich viel feuriger und inbrünstiger
geliebet werde, als von ihm.


Ramon Llull


 (Das Buch vom Freunde und dem Geliebten)

Im Garten der Liebe

Hoch oben wohnte der Geliebte;
tief unten wohnte der Freund;
In der Mitte zwischen beiden wohnte die Liebe.
Der Geliebte stieg hinunter zu dem Freunde;
Der Freund stieg hinauf zu dem Geliebten;
Nicht selten traf es sich, daß sie
einander begegneten auf der Hälfte des Wegs
im Garten der Liebe, da es dann viel Kosens
und Küssens gab
zwischen diesem und jenem.


Ramon Llull
(aus Der Freund und der Geliebte)

Donnerstag, 8. März 2012

In deine Liebe ergebe ich mich

Es spricht die Seele:

Nun sei dir, o großer Gott, in deiner Kraft und Süßigkeit, Lob, Dank, Stärke, Preis und Ehre, daß du mich von dem Treiber der Angst erlöset hast. O du schöne Liebe, mein Herz fasset dich: wo bist du so lange gewesen? Mich deuchte  [mir schien] ich wäre in der Hölle und in Gottes Grimm. O holdselige Liebe, bleib doch bei mir, sei doch meine Freude und Erquickung; führe mich doch auf rechter Straße! 
 In deine Liebe ergebe ich mich. 
Ach ich bin ja vor dir dunkel; 
mache mich doch lichte! 

Jakob Böhme


 aus Weg zu Christo: 1. Büchlein (> Die Pforte des paradiesischen Rosengartens )



Mittwoch, 7. März 2012

Ich sah empor, und sah in allen Räumen eines


       Ich sah empor, und sah in allen Räumen eines;
    Hinab ins Meer, und sah in allen Wellenschäumen eines.
Ich sah ins Herz, es war ein Meer, ein Raum der Welten,
    Voll tausend Träum'; ich sah in allen Träumen eines.
Du bist das Erste, Letzte, Äußre, Innre, Ganze;
    Es strahlt dein Licht in allen Farbensäumen eines.
Du schaust von Ostens Grenze bis zur Grenz' im Westen,
    Dir blüht das Laub an allen grünen Bäumen eines.
Vier widerspenst'ge Tiere ziehn den Weltenwagen;
    Du zügelst sie, sie sind an deinen Zäumen eines.
Luft, Feuer, Erd' und Wasser sind in eins geschmolzen
    In deiner Furcht, daß dir nicht wagt zu bäumen eines.
Der Herzen alles Lebens zwischen Erd' und Himmel,
    Anbetung dir zu schlagen soll nicht säumen eines.



Dschalal-ad-Din ar-Rumi


 in der Nachdichtung von Friedrich Rückert



Der unbekannte Ungrund


Das ist nun das Auge des Ungrundes,... da alles innen lieget, was Ewigkeit und Zeit ist, und heißet Rath, Kraft, Wunder und Tugend: dessen eigentlicher Name heißet Gott, oder Jevovah, der ist außer aller Natur, außer allen Anfängen einiges Wesens, ein in sich selber Wirken, sich selber Gebären und Finden, oder Empfinden, ohne einigerlei Qual von etwas oder durch etwas; hat weder Anfang noch Ende, ist ungemessen, kann mit keiner Zahl in seiner Weite und Größe ausgesprochen werden, denn er ist tiefer als sich ein Gedanke schwingen kann: er ist nirgend weit von etwas, oder nahe bei etwas, er ist durch Alles und in Allem; seine Geburt ist überall, und ohne ihn ist sonst nichts: er ist Zeit und Ewigkeit, Grund und Ungrund, und begreifet ihn doch nichts als der wahre Verstand, der ist Gott selber.
Jakob Böhme


(aus Mysterium Magnum)

Dienstag, 6. März 2012

Wo der Geist ist, da ist Freiheit


Aber Sie kennen vielleicht das Wort aus dem 2. Korintherbrief, Kapitel 3, Vers 17: " Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit." Das Leben des Geistes, das Prinzip des Geistes ist Freiheit. Geist kennt niemals Zwang. Darum muss die Seele sich in der Freiheit weiter offenbaren, um zu beweisen, was sie beseelt. Was sich dem Zwang fügt, kann niemals echt genannt werden, denn es kommt niemals von innen. Es kann niemals Geist sein, denn "wo der Geist ist, da ist Freiheit!" Darum gilt in der gesamten All-Offenbarung das Prinzip der Freiheit grundsätzlich und praktisch. …
Jan van Rijckenborgh
Quelle:http://www.stiftung-rosenkreuz.de/de/gnosis/geistige_freiheit/txt00679.html

Sonntag, 4. März 2012

Dann wirst du am Herrn deine Wonne haben

Das ist ein Fasten, wie ich es liebe: / die Fesseln des Unrechts zu lösen, / die Stricke des Jochs zu entfernen, die Versklavten freizulassen, / jedes Joch zu zerbrechen,

an die Hungrigen dein Brot auszuteilen, / die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden / und dich deinen Verwandten nicht zu entziehen.

Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte / und deine Wunden werden schnell vernarben. Deine Gerechtigkeit geht dir voran, / die Herrlichkeit des Herrn folgt dir nach.

Wenn du dann rufst, / wird der Herr dir Antwort geben, und wenn du um Hilfe schreist, wird er sagen: / Hier bin ich. Wenn du der Unterdrückung bei dir ein Ende machst, / auf keinen mit dem Finger zeigst und niemand verleumdest,

dem Hungrigen dein Brot reichst / und den Darbenden satt machst, dann geht im Dunkel dein Licht auf / und deine Finsternis wird hell wie der Mittag.

Der Herr wird dich immer führen, / auch im dürren Land macht er dich satt / und stärkt deine Glieder. Du gleichst einem bewässerten Garten, / einer Quelle, deren Wasser niemals versiegt.

Deine Leute bauen die uralten Trümmerstätten wieder auf, / die Grundmauern aus der Zeit vergangener Generationen stellst du wieder her.Man nennt dich den Maurer, / der die Risse ausbessert, / den, der die Ruinen wieder bewohnbar macht.

…dann wirst du am Herrn deine Wonne haben...

Jesaja 58, 6-12

Freitag, 2. März 2012

Gottes Liebe miteinander teilen und geben


Allen, die Gottes Liebe miteinander teilen, ist die Gnade gegeben, die Geber dessen zu sein, was sie empfangen haben. Und so lernen sie, dass es für immer ihres ist.  Alle Schranken verschwinden, wenn sie kommen, so wie auch jedes Hindernis, das sie vorher aufzurichten und ihren Weg zu versperren schien, schließlich überwunden wurde. Dieser Schleier, den du , den du und dein Bruder gemeinsam lüftet, öffnet den Weg zur Wahrheit für mehr als nur für euch. Diejenigen, die die Illusionen aus ihrem Geist wegnehmen lassen, sind die Erlöser dieser Welt, gehen mit ihrem Erlöser durch die Welt und tragen seine Botschaft der Hoffnung, der Freiheit und Befreiung von Leid zu jedem, der ein Wunder zu seiner Erlösung braucht.


Kurs in Wundern, Text 22.IV.6

Großartigkeit des Herzens in der Liebe


Es gibt eine bestimmte Großartigkeit des Herzens in der Liebe, die unbeschreibbar ist, weil sie die Seele groß macht, so groß, wie das ganze Werk Gottes. Und das sollte durch Dich erfahren werden, jenseits aller Worte, wenn der Thron der Liebe in Deinem Herzen errichtet wird.


    
Jakob Böhme 

Mittwoch, 29. Februar 2012

Die lebendige Liebesflamme

O Flamme von Liebe lebendig, 
die du zärtlich verwundest 
meine Seele in tiefster Mitte! 
Da du nicht mehr quälend bist,
komm schon ans End’, wenn’s dir gefällt; 
zerreiß den Schleier zur süßen Begegnung!

O Brenneisen zärtlich! 
O Wunde wonnetrunken! 
O milde Hand, o zartkosende Berührung, 
die schmeckt nach ewigem Leben 
und alle Schuld begleicht! 
Tötend hast Tod du in Leben getauscht.

O Leuchten von Feuer, 
in deren Strahlen 
die tiefen Höhlen des Sinnes, 
der dunkel und blind war, 
mit wundersamen Aufgipfelungen 
Wärme und Licht zugleich ihrem Liebsten spenden!

Wie sanft und liebkosend 
erwachst du in meinem Schoß, 
wo du allein insgeheim wohnest! 
Und in deinem köstlichen Hauch, 
von Gutem und Herrlichkeit voll, 
wie zartkosend machst du mich verliebt!